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Über den Klimawandel könne man streiten, sagt Robert Obermaier aus Glonn. Sicher ist er sich aber, dass sein Waldstück nicht davon betroffen ist. 

Robert Obermaier (52) aus Glonn

Er sieht den Klimawandel kritisch: „Meinen Wald betrifft das nicht!“ 

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Robert Obermaier sagt: „Mein Wald hat andere Probleme als den Klimawandel.“ Vieles halte er für Hysterie in der Debatte. Ein Spaziergang mit dem 52-Jährigen durch ein Waldstück bei Glonn. 

Glonn – Wenn Robert Obermaier (52) mit seinen schwarz-braunen Sicherheitsschuhen durch sein Waldstück südlich von Glonn stapft, muss er sich alles von der Seele reden. Darüber, dass sich die gesamte Forstwirtschaft verändert habe, dass die Bäume zu wenig Pflege und Zeit bekommen und dass sein Wald andere Probleme habe als den Klimawandel.

Obermaier kratzt an der Rinde einer Fichte, die neben einem von Maschinen eingefahrenen Waldweg wächst. „Könnte Rotfäule sein“, sagt der 52-jährige Glonner. Seit Kindertagen schlägt sein Herz für den Wald und für das Holz. Das könnte mit ein Grund sein, warum er jetzt spricht, sprechen muss, wie er sagt. Es sprudelt nur so aus ihm heraus: Vieles, was mit dem Wald zu tun habe, werde öffentlich falsch dargestellt, sagt er. Zum Beispiel, dass es für die Fichte im Landkreis Ebersberg wegen des Klimawandels eng werde. Unsere Zeitung hat unter dieser Schlagzeile darüber berichtet: Ein Meteorologe aus Grafing sagt, dass die Fichte mit ihren flachen Wurzeln rapide weniger werde, da sie nicht mehr an das nötige Wasser im Boden gelange und austrockne. Das liege an krassen Trockenphasen (wie in diesem Jahr), Erderwärmung und Wetterextreme. 

Zu viel Hysterie, zu viel Panik

Obermaier sei das zu viel Hysterie. Zu viel „Panikmache“. Er wäre bei solchen Aussagen vorsichtig. „Ich bin kein pauschaler Klimawandel-Skeptiker“, sagt Obermaier über sich selbst. „Es mag sein, dass sich das Klima verändert.“ Aber: Vieles, was den Klimawandel angehe, „ist nicht bewiesen“ und könne nicht pauschal für den Landkreis Ebersberg behauptet werden. Obermaier fehle es in der Debatte an wissenschaftlichen Argumenten. Dafür schwinge ihm zu viel politischer Appell mit.

Nicht an allem sei der Klimawandel oder die CO2-Konzentration in der Luft schuld, das „ist zu einfach“, sagt er. Dass sich der Wald verändert, die Fichte weniger werde und auch das Wetter verrückter spiele, stimme, gibt er zu. Das habe aber andere Gründe als den Klimawandel, sagt der Familienvater überzeugt. Wetterextreme „hat es schon immer gegeben“, sagt Obermaier. Er könne sich an einen derart heißen und trockenen Sommer in den 1970er Jahren erinnern wie jenem in diesem Jahr.

„Mein Wald ist zwar gestresst, aber er hält das aus“, sagt er. Die Bäume wachsen an einem Hang, an dem das Wasser abläuft, der Boden, durch den Obermaier an diesem Augustnachmittag stiefelt, ist durchnässt.

Dass Fichten in Zukunft weniger werden, stimme. Die Gründe seien aber vielmehr, so Obermaiers Argumentation, dass es an Pflege und Zeit fehle. Die Fichte sei ein kultivierter Bäum, der in bayerische Wälder eingeschleppt wurde, dort eigentlich gar nicht hingehöre. „Früher war der Wald die Sparkasse der Menschen, die Fichte der Brotbaum.“ Waldbauern hätten, so Obermaier, Fichten viel mehr geerntet und gepflegt. Wenn eine umgefallen war, sei diese viel schneller aus dem Wald entfernt worden.

„Jeder Baum hat eine Lebenszeit, die abläuft“

Heute gebe es viele Waldstücke, die unbeachtet und unbearbeitet blieben, so Obermaier, auch wegen des Wertverfalls des Holzes. Vor allem aber, weil es immer weniger Forstwirtschaft gebe. Waldstücke, die beispielsweise von den Großeltern vererbt werden, bewirtschafte niemand weiter.

Umgefallene Fichten lägen länger im Wald, dadurch habe der Borkenkäfer verstärkt Zeit, sich zu vermehren – nicht der Klimawandel sei dafür verantwortlich. Dass Fichten austrocknen, weil das Grundwasser durch die überdurchschnittliche Trockenheit absinke, sehe Obermaier nicht so. Als Flachwurzler kämen diese eh nicht an das Grundwasser.

Dass immer mal wieder Bäume umfallen? Normal, so Obermaier. „Jeder Baum hat eine Lebenszeit, die abläuft“, sagt er und tritt mit einem Fuß auf den Stamm einer Fichte, die es vor einigen Jahren umgeworfen hat. „Zu alt“, sagt er. Der Boden habe zu wenig Stabilität gegeben. Ganz normal sei das.

Robert Obermaier will die Fichte draußen haben aus seinem Wald. Weil auch er insgesamt wenig Zeit habe, ihn entsprechend zu bewirtschaften. Der Klimawandel spiele da aber keine Rolle, ist er sicher. Wen jemand das behauptet, „bekomme ich gravierende Bauchschmerzen“, sagt er. Was ihm wichtig ist: „Die Menschen dürfen sich nicht verunsichern lassen.“ Wälder werde es auch in Zukunft geben.

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