Gemeinde Bruck beteiligt sich an Kosten für Berufsorientierung

Mit wenig Geld viel Ärger erspart

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Es ging zwar um einen vergleichsweise kleinen Betrag, aber man kann auch mit wenig Geld eine sinnvolle Sache am Laufen halten. In der jüngsten Brucker Gemeinderatssitzung ging es um einen regelmäßigen Zuschuss zur Berufsorientierung in Kirchseeon. Und die hat sich sehr gut bewährt. Das wollten die Ratsmitglieder deshalb honorieren.

Bruck – Seit einigen Jahren haben Mittelschüler aus dem Einzugsbereich von Glonn die Möglichkeit zu einer vertieften Berufsorientierung in Kirchseeon. „Das ist wie eine Schnupperlehre, nur nicht so intensiv“, erläuterte der Brucker Bürgermeister Josef Schwäbl. Aus seiner Gemeinde haben im vergangenen Jahr vier Schüler von diesem Angebot Gebrauch gemacht, das in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Kirchseeon, dem Berufsbildungswerk St. Zeno, der Kreishandwerkerschaft, dem Schulamt Ebersberg und der Bundesagentur für Arbeit zustande gekommen ist. Die Jugendlichen haben dabei acht Tage lang die Chance, in den Beruf hineinzuschnuppern, für den sie sich entschlossen haben, eine Ausbildung zu beginnen. Aus der Gemeinde Bruck nehmen im Schnitt jährlich bisher etwa fünf Jugendliche daran teil. Und das Projekt zeigt bereits Wirkung.

Die Zahl der Ausbildungsabbrecher ist signifikant zurückgegangen. Laut einer Erhebung der Kreishandwerkerschaft liegt sie im Landkreis Ebersberg inzwischen bei einer Zahl von maximal zehn Auszubildenden. Legte man den bayernweiten Durchschnitt der Abbrecher zugrunde, müssten es laut Statistik 80 sein. So gerechnet hat das Projekt jährlich bei 70 Lehrlingen im Landkreis Ebersberg einen Ausbildungsabbruch verhindert, weil die jungen Menschen vorher testen konnten, was auf sie zukommt. Damit ist ihnen und ihren Eltern eine Menge Ärger erspart geblieben. Und in dieser Rechnung sind sogar Auszubildende enthalten, die nicht den Beruf, sondern nur den Lehrplatz wechselten, aber in der gleichen Branche blieben.

Das Angebot verursacht allerdings Kosten. Dass die Berufsorientierung jedes Jahr aufs Neue mit einem Zuschussgesuch an die beteiligten Kommunen herantreten musste, war für sie mit „einer großen finanziellen Unsicherheit“ verbunden. Das sah auch der Brucker Gemeinderat so. Die Ratsmitglieder beschlossen, künftig 200 Euro jährlich pro Schüler aus der Gemeinde zuzuschießen, wohl wissend, dass der Gesamtbetrag analog der künftigen Teilnehmerzahl schwanken kann.

Die Glonner Mittelschule hatte die Fortführung des Projektes für die Schüler der 7. und 8. Klasse empfohlen, noch dazu, wo es einen Nebeneffekt hat. Seit Jahren haben alle Schüler der Abschlussklasse eine Lehrstelle, wenn sie denn nicht auf eine weiterführende Schule gehen wollen.

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