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Josef Steinberger und seine Schwester Katharina in Herrmann’s Manufaktur in Aßling, wo die Königshappen in Bioqualität hergestellt werden.

Immer mehr Nachfrage nach „Königshappen“

Glonner (16) startet mit Hundeleckerlis durch

Josef Steinberger (16) hatte eine Geschäftsidee: Hundeleckerlis, die Gastronomen an ihre Kunden verteilen können. Die Nachfrage nach den „Königshappen“ steigt immer mehr.

Glonn Auf Brusthöhe seines Shirts ist die Silhouette eines Hundes gestickt, elegant in Bordeauxrot, mit Krone. „Unser Logo für die Königshappen“, sagt Josef Steinberger (16) mit leuchtenden Augen und legt die Hand behütend auf das Symbol.

Auch der eigenen Hündin, die Leni heißt, schmecken Josefs Königshappen.

Gerade ist der junge Mann mit der Schule fertig. Längere Zeit war er unsicher, welchen beruflichen Weg er einschlagen soll. Ist sein Traumjob Koch wirklich das Richtige für ihn? Haben dieser Beruf und die Gastronomie selbst noch Zukunft? Wird er einen Ausbildungsplatz in einem der begehrten renommierten Betriebe bekommen? Mitten im Fragenstellen und Sinnieren traf ihn ein Geistesblitz – und ein unglaubliches Abenteuer, hinein in die Welt des Business, begann.

Es geht um Königshappen. Aus dem Mund des jungen Mannes schießen Wörter, schnell aneinandergereiht, der ganze Bursche ist Motivation pur – am liebsten möchte er alles auf einmal erzählen.

Besonderes Service-Highlight für Hundebesitzer

Während des letzten halben Jahres seiner Regelschulzeit auf einer Montessori-Schule nahe Glonn verpackte Josef im November 2018 wie schon so oft zusammen mit seiner Schwester Katharina (15) kleine Portionen Hundefutter. Auf die Päckchen klebten die Geschwister das Logo des elterlichen Restaurant-Cafés, des Marktblicks in Glonn. Hintergrund: Jeder Gast mit Hund bekommt im Marktblick als besonderes Service-Highlight für seinen Vierbeiner ein Hunde-Leckerli- Päckchen. Das gefällt den Gästen. Weil der Gast sowieso König – und der Hund Herzenskönig des Gastes ist. „Während ich das Hundefutter verpackte, kam mir plötzlich der Gedanke, die erfolgreiche Idee meines Vaters, Gästehunde mit Hunde-Leckerlis zu verwöhnen, auch anderen Gastronomen zu verkaufen.“

Produziert wird in Aßling

Josefs Idee gefiel seinem Vater, Markus Steinberger (42). Nach dem Motto: „Der Gast ist König und somit der Hund des Gastes auch“ – kreierten sie die „Königshappen“ und ließen den Namen schützen. Kurz darauf konnten sie mit Herrmann’s Manufaktur in Aßling einen regionalen Tierfutterhersteller dafür gewinnen, die „Königshappen“ in Bioqualität herzustellen.

In den folgenden Wochen holten sich Vater und Sohn Steinberger während eines Seminars bei Erfolgstrainer Jürgen Höller und Filmlegende Arnold Schwarzenegger Motivation und Power für den Vertrieb ihrer Idee. Danach legten sie los, zunächst im regionalen Bereich. Mit dem Ziel vor Augen, solange von Wirtschaft zu Hotel zu ziehen, bis der erste Abschluss gelang.

Das Bräustüberl am Tegernsee war ihr erster Kunde, der die „Königshappen“ gleich mit aufgedrucktem Eigenlabel bestellte. Kurz darauf verkauften sie ihre Idee während eines Familienausfluges zum Schloss Nymphenburg dem Schlosscafé im Palmenhaus, der Hirschau im Englischen Garten und dem Cafe Jasmin, ebenfalls in München. Wenig später bestellte die Maxlrainer Schlosswirtschaft im Landkreis Rosenheim und Sacher Salzburg die royalen Happen für Gästehunde.

100 Kunden in knapp zwei Monaten

Hundert Kunden, in knapp zwei Monaten – die Idee rannte. Zeitgleich mit den ersten Erfolgen präsentierte das Vater-Sohn Duo die Idee auf fünf verschiedenen Messen in Deutschland und Österreich. Weitere 100 Abschlüsse gelangen. Zwischenzeitlich ist die Kundenzahl auf über 300 angewachsen, darunter richtig große Hausnummern wie die Eurorastpark-Gruppe und Metro Deutschland. Auch Metro Österreich klopfte bei den Steinbergers bereits an.

Leni stand Pate für Logo

Wird es Markus und Josef nicht schwindelig, bei so viel Erfolg – in so kurzer Zeit? „Ganz und gar nicht – wir haben riesen Spaß dabei.“ Josef ist leidenschaftlicher Familienmensch, genau wie sein Vater, Familie und Job bringen die Steinbergers trotz eigener Gastronomie, neuer Ideen und Erfolg gut unter einen Hut. Im August fahren alle zusammen in Urlaub in die Berge: Papa, Mama, vier Kindern und Leni – ihre Entlebucher Sennenhündin, die für das Königshappen-Logo Patin stand.

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Obwohl oder vielleicht weil ihn der spannenden Abenteuerausflug in die Welt der „Königshappen“ begeisterte, motivierte und im Innersten berührte, geht Josef im Herbst dieses Jahres seinen eigenen beruflichen Weg.

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Während eines Praktikums bei Dallmayr München gelang es dem jungen Mann, den Feinkostbetrieb von seinen Qualitäten und seiner Motivation, ein Spitzenkoch zu werden, zu überzeugen. Josef Steinberger erhielt zum 1. September einen der begehrten Ausbildungsplätze im Renommierbetrieb. Er freut sich darauf.

Susann Niedermaier

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