Eine Wasserstofftankstelle soll im Glonner Ortsteil Schlacht gebaut werden.
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Eine Wasserstofftankstelle soll im Glonner Ortsteil Schlacht gebaut werden.

Grundsätzlich will die Gemeinde das Projekt aber haben

Löschwasser-Frage könnte Glonner Wasserstoff-Tankstelle ausbremsen

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Die Entscheidung ist erneut vertagt. Ob die Wasserstofftankstelle im Glonner Ortsteil Schlacht gebaut wird oder nicht, will der Marktgemeinderat erst Ende Oktober entscheiden.

Glonn – Der Glonner Gemeinderat hatte sich bereits im Juli grundsätzlich für die Wasserstofftankstelle ausgesprochen, einen Beschluss gab es bisher noch nicht. Jetzt erhielten die Gemeinderäte die gewünschten Informationen zum Thema Wasserstoff von Tobias Brunner (Hynergy GmbH, Grasbrunn). Brunner arbeitet für Investoren, die das Projekt Wasserstofftankstelle betreiben werden.

Teil eines Umwelt-Großprojekts

Das geplante Projekt in Schlacht ist Teil eines vom Bund geförderten Umwelt-Großprojektes, an dem die Landkreise Ebersberg, München und Landshut beteiligt sind. Nach Brunners Vortrag blieb eine wesentliche Frage offen: Reicht im Falle einer Wasserstoff-Explosion das vorhandene Löschwasser im geplanten Gewerbegebiet Schlacht, um einen Brand wirksam zu bekämpfen. Diese Frage warf Johannes Reiser (SPD/KommA) in die Runde. Der Gemeinderat ist aktives Mitglied der Feuerwehr.

Löschwasserfrage muss geklärt sein

Dieses Mal war deutlich mehr Zuspruch zum Projekt zu vernehmen. Klar wurde aber: Bevor die Gemeinderäte ihren Segen geben, muss die Löschwasserfrage geklärt sein. Offen ist zudem, wer für die Brandschutzplanung haftet. Reiser sieht die Haftung beim Büro, dem die Planung zum neuen Gewerbegebiet in Schlacht übertragen ist, oder beim Betreiber der Wasserstofftankstelle.

Kreisbrandrat: Haben damit keine Erfahrung

„Das Projekt ist die erste Wasserstofftankstelle im Landkreis, wir haben keinerlei Erfahrung mit Wasserstoff bisher“, sagte Kreisbrandrat Andreas Heiß auf Nachfrage der EZ. Zur Haftung meinte er: „Das ist eine baurechtliche Sache, da muss entweder eine Machbarkeitsstudie beauftragt werden oder wie bei jedem anderen Bauvorhaben auch erst ein Brandschutzplan aufgestellt werden.“ Ob das Planungsbüro stichfeste Unterlagen bis Oktober liefern kann, zweifelte Heiß an.

Bürgermeister: Ich denke, wir machen das

Bürgermeister Josef Oswald (CSU) geht davon aus, dass der Gemeinderat im Oktober die Wasserstofftankstelle genehmigen wird. „Das wäre ein Highlight für unsere Gemeinde, ich denke – wir machen das“, sagte Oswald der EZ, schränkte aber ein, dass es am Löschwasser noch scheitern könnte. Sollte der Bau einer neuen Zisterne die einzige Lösung sein, muss deren Bau finanziert werden. „Wir bauen keine Zisterne auf eigene Kosten, da würden wir ja einen Gewerbetreibenden bevorzugen, wir müssen alle gleich behandeln“, so Oswald.

Planungsbüro weiß von nichts

Wasserstoffspezialist Brunner hatte als Vertreter der Investoren die Finanzierung einer Zisterne bereits in der Sitzung entschieden von sich gewiesen, sich gegen behördliche Auflagen lautstark gewehrt und der Runde gedroht: „Fakt ist, wenn sie uns Auflagen machen, die das Projekt verteuern, hören wir auf, wenn es Schwierigkeiten gibt, suchen wir uns einen andern Ort.“ Zuständig für die Planung des kompletten neuen Gewerbegebietes ist das Planungsbüro Weisser aus Bad Aibling. Dort weiß keiner vom Bau einer Wasserstofftankstelle in Schlacht, auch nichts von einer möglichen Haftung im Falle eines Brandes. „Von einer Wasserstofftankstelle haben wir noch nichts erfahren und damit kennen wir uns auch nicht aus“, hieß es.

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