Lukas Dauser vor dem Glonner Rathaus
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Stolz zeigt Lukas Dauser seine Silbermedaille.

Glonn feiert seinen Silber-Buben

Olympia-Silber glänzt in der Sonne: Turner Lukas Dauser trägt sich ins Goldene Buch der Marktgemeinde ein

Ursprünglich stammt der Turner Lukas Dauser, der bei den Olympischen Spielen in Tokio Silber am Barren geholt hat, aus Glonn. Am Donnerstag, 5. August, hat der Ort deshalb einen kleinen Empfang für den Medaillengewinner organisiert.

Glonn – Zwischen Maibaum und Rathaus versammelt sich eine Gruppe ausgewählter Glonner. Die ersten Sektkorken knallen bereits, als noch auf Lukas Dauser gewartet wird. Der 28-Jährige, der vor drei Tagen bei den Olympischen Spielen Silber am Barren geholt hat, stammt ursprünglich aus Glonn.

„Wir freuen uns, dass er überhaupt Zeit für uns hat“, sagt Marianne Heimbuchner, Sachbearbeiterin im Glonner Rathaus. „Man kennt die Bilder aus Garmisch, wenn die Sportler heimkommen“, fährt sie fort. Auch, wenn es Corona kaum zulässt: „Ein bisschen was wollten wir schon machen.“ Eingeladen zu der kleinen Willkommensfeier waren daher nur Bekannte des Turners.

Dauser: „So stellt man sich einen Empfang in Bayern vor.“

Dann hört man schon leise die Musik näher kommen. Die Glonner Musi spielt den Silbermedaillengewinner von der Haustür seiner Eltern bis zum Marktplatz. Als Dauser den Platz erreicht hat, bahnt sich auch die Sonne ihren Weg durch die Wolken.

Die Glonner Musi spielte für den 28-Jährigen.

„So stellt man sich einen Empfang in Bayern vor“, sagt der 28-Jährige lachend mit Blick auf die Musik. „Als Bayer kann man sich das nicht viel schöner ausmalen.“ Nach wie vor sei er sprachlos: „Ich hab’s noch gar nicht so richtig verdaut, was ich da vor drei Tagen geschafft hab.“ Glonn sei seine Heimat, auch, wenn er schon lang nicht mehr dort wohne. „Aber immer wenn ich herkomme, fühle ich mich sofort heimisch“, sagt er.

Seit 30 Jahren erster Glonner im Goldenen Buch

Vor dem Eingang des Rathauses ist neben einer kleinen Bar auch ein Stehtisch mit Blumenschmuck aufgebaut. Darauf liegt das Goldene Buch von Glonn, in dem Namen wie Kardinal Marx, Gerhard Polt und Franz-Josef Strauß stehen. „Ich glaube, es gibt keinen besseren Weg, dir zu gratulieren“, sagt Erster Bürgermeister Josef Oswald: „Dein Name reiht sich gut in die Liste ein.“ Als erster Glonner seit dreißig Jahren darf sich der 28-Jährige auf den Seiten des Buches verewigen. Neben das Datum malt er die Olympischen Ringe.

Und dann will jeder ein Stück vom erfolgreichen Olympioniken abhaben. Begrüßungen mit feuchten Augen, viele Schulterklopfer und noch mehr Fotos, die der 28-Jährige, der heute in Halle wohnt, mit seinen Bekannten vor dem Rathaus macht.

Silbermedaillengewinner Lukas Dauser wird auf dem Glonner Marktplatz gefeiert.

„Es ist unfassbar“, sagt Dauser schließlich, als sich der Trubel etwas gelegt hat. „Vom Gefühl her hab’ ich gestern eine Barren-Übung geturnt.“ Bis er seinen zweiten Platz realisiert habe, wird es wohl noch ein paar Tage dauern. Nach der Siegerehrung sei es zur Dopingkontrolle gegangen, dann in die Pressekonferenz. Von dort aus sei er direkt mit eigenem Shuttle zum ZDF gefahren worden. Da erst hatte er ein paar Minuten Zeit, um zu verschnaufen und seine Familie anzurufen.

Dauser: „Das ist unbeschreiblich.“

Viel Schlaf hat er seitdem auch noch nicht bekommen: Im Olympischen Dorf wurde mit Trainern und Team Deutschland gefeiert, im Flieger zu schlafen hat nicht funktioniert, und die erste Nacht wieder zurück in Deutschland wurde bis fünf Uhr morgens durchgefeiert, wie er erzählt.

Vor Terminen könne er sich demnächst auch kaum retten. „Es kommen dauernd neue rein.“

An der Wiesmühle in Glonn gab es früher ein Dreimeter-Sprungbrett. „Als Kind wurde ich immer angesprochen, ob ich der bin, der in der Wiesmühle die Saltos vom Turm macht“, erinnert er sich schmunzelnd. „Wenn man zurückblickt, das ist unbeschreiblich.“

von Helena Grillenberger

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