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Laut Konzept- und Volumenstudie könnte der „rote Platz“ ein möglicher Standort für die neue Sporthalle in Glonn sein.

Glonner Vereine setzen dem Gemeinderat die Pistole auf die Brust: „Die Not ist zu groß“

Neue Sporthalle: Notfalls muss ein Bürgerbegehren her

Lässt sich die sehnlichst gewünschte neue Sporthalle endlich realisieren? Falls nicht, könnte Glonn ein Bürgerentscheid drohen.

Glonn –  Die beiden Sportvereine WSV und ASV sind bereit, den Bürgerentscheid als Instrument direkter Demokratie anzustreben, um die Bevölkerung letztendlich über die Halle abstimmen zu lassen.

Der Bau einer neuen Sporthalle beschäftigt Gemeindeverwaltung, die Glonner Sportvereine WSV und ASV und die Bürger seit über 30 Jahren. Die bestehende Schulsporthalle (vor rund 50 Jahren gebaut) platzt aus allen Nähten. In jüngster Sitzung des Glonner Gremiums kam das Thema erneut auf den Tisch.

In der Sitzung stellte Architekt Matthias Garbe ein Hallenkonzept zum aktuellen Raumbedarf (32 Meter auf 28 Meter Fläche) als Zweifach-Halle vor, denkbare Standorte Nähe Schule am „roten Platz“ oder zwischen Sportplatz und evangelischer Kirche.

Zu viele Unwägbarkeiten stehen im Raum

Keine Aussagen machte der Architekt zu den Kosten, zu viele Unwägbarkeiten stehen im Raum. Der Marktgemeinderat will sich im Rahmen der kommenden Haushaltsberatungen intensiv mit Halle und Finanzplanung beschäftigen. Doch das Thema könnte eine völlig neue Dimension bekommen: Der Wahlkampf zur Kommunalwahl 2020 steht vor der Türe und die Vorstände beider Sportvereine (gesamt rund 3300 Mitglieder) sind des jahrelangen Wartens müde.

Geschlossen sind Sepp Axenböck (Vorstand WSV) und Joachim Stefer (Vorstand ASV) bereit, notfalls über ein Bürgerbegehren einen Bürgerentscheid anzustreben, falls die Gemeinde nicht glaubhaft machen kann, dass eine Finanzierung der gewünschten Halle sich tatsächlich nicht realisieren lässt.

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Einwohnerzahl ist stark gestiegen

Axenböck beschrieb die Situation so: In den letzten 30 Jahren ist die Einwohnerzahl Glonns auf aktuell rund 5300 angewachsen, die Mitgliederzahlen der Vereine gestiegen, die Schulturnhalle aber gleichgeblieben. Folge für die Sportvereine: bestehendes Eltern-Kind-Turnen findet in Zinneberg statt, Aufnahmestopp bei Angeboten für Kleinkinder, lange Wartelisten beim Kinderturnen. Die Herrenmannschaft der erwachsenen Fußballer trainiert im Winter in Bruckmühl. Besonders dramatisch schildert Axenböck die Situation für die Basketballer, deren Heimspiele in Ebersberg stattfinden. „Diesmal wollen wir es schaffen, wir sind bereit, dafür von Haustüre zu Haustüre zu ziehen, um Unterschriften für ein Bürgerbegehren zu einem Bürgerentscheid zu sammeln – die Not ist zu groß“, betonte Axenböck. 

Keine Pflichtaufgabe der Gemeinde

Bürgermeister Josef Oswald informierte die EZ in einem Telefonat, dass der Bau einer Sporthalle keine Pflichtaufgabe einer Gemeinde, sondern eine freiwillige Sache sei. Das Gemeindeoberhaupt sieht dennoch die Situation und betonte: „Die Halle ist wichtig.“ Zugleich schränkte Oswald ein, dass es derzeit noch an jeglicher Basis fehle, um eine seriöse Aussage zu Standorten, Planung, Gesamtkosten und Baubeginn zu machen. Erster Schritt wäre die Zustimmung des neuen Gemeinderates zu vier bis fünf Millionen Euro, so schätzt der Bürgermeister die Baukosten ein. Oswald zeigte sich optimistisch: „Ich halte eine Realisierung dieses Projektes im Laufe der kommenden Legislaturperiode für möglich, wenn der neue Gemeinderat mitzieht.“

VON SUSANN NIEDERMAIER

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