Landgericht München II
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Vor dem Landgericht München II wurde der 39-jährige Mann aus Glonn zu einer dreieinhalb jährigen Gefängnisstraße verurteilt

Prozess vor dem Landgericht München II

Eigene Frau vergewaltigt: Mann aus Glonn vor Gericht - schwierige Aufklärung

Wegen Vergewaltigung stand ein Mann vor dem Münchner Landgericht. Opfer des 39-Jährigen war die eigene Ehefrau.

Glonn – Wegen Vergewaltigung muss ein 39-jähriger Mann für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Münchner Landgericht sah es als erwiesen an, dass der gebürtige Rumäne im März dieses Jahres seine 20-jährige Ehefrau gegen deren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen hat.

Glonn: Mann vergewaltigt seine Frau - jetzt steht er vor Gericht

Es habe sich um eine für Vergewaltigungen typische „Aussage-gegen-Aussage-Konstellation“ gehandelt, unterstrich der Vorsitzende Richter Hofmann bei der Urteilsbegründung. Letztlich schloss sich die 3. Strafkammer der Version der Frau an, die angegeben hatte, am Tattag mit dem Neffen des Angeklagten von Rumänien nach Deutschland gefahren zu sein.

Nach einem leichten Wildunfall habe sie ihr Ehemann abgeholt und – sie hatte sich vorher von ihm getrennt – in ihre Wohnung in Glonn gebracht. Dort sei er dann zunehmend zudringlich geworden und habe sie letztlich vergewaltigt.

Angeklagter wollte „Rechte als Ehemann“ wahrnehmen

Hintergrund sei gewesen, dass die 20-Jährige eine Liaison mit eben dem Neffen eingegangen war, der die Frau nach Deutschland gefahren hat, erläuterte der Richter. Dem 39-Jährigen sei es auch darum gegangen, seine „Rechte als Ehemann“ wahrzunehmen und seinem Nebenbuhler zu signalisieren, dass seine Frau wieder zu ihm zurückgekehrt sei.

Um dies zu unterstreichen, habe der Angeklagte nach der Tat seiner Frau gedroht, ihr das Gesicht mit einem Küchenmesser zu zerschneiden, und an seinen Neffen die Nachricht versandt: „Ich habe sie vergewaltigt“.

Schwierige Aufklärung vor Gericht - Zweifel an Glaubwürdigkeit der Frau

Die Aufklärung der Geschehnisse gestaltete sich für das Gericht deshalb schwierig, weil auch an der Glaubwürdigkeit der 20-Jährigen Zweifel bestanden. Als „geldgierige, luxus-affine, lügende Schlampe“ sei sie dargestellt worden, sagte Hofmann. Insgesamt war sie aber wohl weniger unglaubwürdig als ihr Mann. Der hatte von einem Komplott gesprochen.

Seine Frau und sein Neffe hätten die Vergewaltigung nur vorgetäuscht, um ihn loszuwerden. „Viel zu komplex“, um erfunden zu sein, urteilte das Gericht.

Glonn: Nach der Vergewaltigung droht Mann seiner Frau mit Küchenmesser

Bei der Strafzumessung floss mit ein, dass der Geschlechtsverkehr nur etwa 20 Sekunden gedauert und es sich um die eigene Ehefrau gehandelt habe. Das, so stellte der Vorsitzende klar, sei dem Angeklagten zwar nicht zugute zu halten, bei einer Gesamtbetrachtung jedoch zu berücksichtigen.

Angeklagter behauptet, Frau hatte Vergewaltigung nur vorgetäuscht - Urteil: 3,5 Jahre Gefängnis

Offenbar war der Neffe des Verurteilten an der Beziehung zu der 20-Jährigen gar nicht so interessiert wie beide Eheleute glaubten. Über die mehrstündige Autofahrt nach Deutschland hat er nämlich in einem Internet-Chat sinngemäß geschrieben: Wie solle er sich von der Frau trennen, wenn sie die ganze Fahrt über sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen habe. „Das“, so prophezeite Richter Hofmann, „wird in die Annalen des Landgerichts München II eingehen“.

„...wird in die Annalen des Landgerichts München II eingehen“

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(Von Andreas Müller)

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