Auf dieser grünen Wiese plant die Gemeinde Glonn einen Bike-Park für Jugendliche nahe dem WSV-Gelände.
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Auf der grünen Wiese plant die Gemeinde Glonn einen Bike-Park für Jugendliche. 56 Anwohner haben offiziell Bedenken angemeldet. Sie fürchten, dass die Planungen nahe dem WSV-Gelände ausufern könnten.

Anwohner pochen auf öffentliche Diskussion

In Glonn brodelt die Gerüchteküche: Bürger befürchten Freizeitpark auf grüner Wiese - Widerstand regt sich

Einen regionalen Besuchermagneten statt des geplanten, kleinen Bike-Parks für die Jugendlichen vor Ort fürchten 56 Bürger in Glonn. Sie wünschen sich mehr Information.

Glonn Widerstand regt sich in Glonn gegen ein Projekt, ursprünglich gedacht für die Jugend als Bikepark, deklariert jetzt als „Sondergebiet Freizeit“. Keiner weiß genau, was auf dem 4500-Quadratmeter-Areal entstehen soll, die Gerüchteküche im Ort brodelt. Gemunkelt wird, dass statt eines kleinen Bikepark für die Glonner Jugend ein großes Freizeitgelände für die Region entsteht. Befürchtet wird auch eine Verlegung des „roten Platzes“ an der Schule hinaus in diesen Außenbereich. In einem Schreiben, das der EZ vorliegt, äußern 56 Anwohner gegenüber der Gemeindeverwaltung ihre Bedenken.

Glonn: Gegen Projekt regt sich Widerstand - großes Freizeitgelände anstatt Bikepark?

Eine Umfrage unter Jugendlichen zu deren Freizeitwünschen hatte die Suche nach einer Fläche für einen kleineren Bikepark von 1500 Quadratmetern ausgelöst (wir berichteten). Jetzt wird über bis zu rund 4500 Quadratmeter östlich des Glonner Bauhofes verhandelt, laut Verwaltung gibt es vom Eigentümer bereits eine mündliche Zustimmung zu einem Erbpachtvertrag. Laut Bürgermeister Josef Oswald könnte eventuell Anfang 2021 eine Unterschrift folgen.

Anwohner in Glonn finden: Geplante Fläche ist für örtlichen Bike-Park überdimensioniert

Drei Anwohner trugen laut Sitzungsprotokoll aus dem November während der Bürgerfragezeit die Bedenken gegen das Projekt vor. Sie baten die Räte eindringlich, die Entscheidung noch nicht zu treffen, um keine isolierten Fakten zu schaffen, sondern die Planung im Rahmen der derzeit in Glonn laufenden Ortsentwicklung (ISEK) gesamt zu betrachten Laut Einschätzung der Anwohner reicht für einen Bikepark für die Glonner Jugend eine Fläche von 1000 bis 2000 Quadratmetern, die jetzt geplante Fläche sei überdimensioniert.

Konkret befürchteten sie Lärm, Verkehrsprobleme, parkende Autos an der Haslacher Straße entlang, nächtliche Beleuchtung des Geländes, Ruhestörung durch Grillpartys – und sie wünschten sich mehr Bürgerbeteiligung. „Glonn soll sich die notwendige Zeit zur Entwicklung eines Gesamtkonzepte nehmen und alternative Standorte prüfen“, fordern sie.

Glonn: Bürgermeister teilt Bedenken der Bürger nicht - „Es geht um die Jugend“

Der Bürgermeister teilt die Bedenken nicht. „Es geht um die Jugend“, betont Oswald. „Da wohnt kein Mensch direkt daneben, dazwischen sind einige hundert Meter“, sagt er, relativiert aber dann: „Ein bis zwei wohnen in diesem Außenbereich, was möglich ist, wird sich im Bauleitverfahren zeigen.“

Susanne (52) und Ruppert (57) Hell sind Landwirte im Nebenerwerb, ihr Einödhof grenzt direkt an das geplante „Sondergebiet Freizeit“. Sie befürchten Menschenaufläufe in ihrer Idylle, daher steht ihr Name unter dem Schreiben an die Gemeinde. Dem Bürgermeister sind sie gram, weil er sie nicht vorab informierte.

„Bisher kamen wir gut aus, jetzt bin ich megaenttäuscht von der Gemeinde.“ Hells Sohn Vinzent (14) war, wie sein Vater berichtet, unter den Jugendlichen, die sich einen Bikepark wünschten. „Da gab es eine WhatsApp-Gruppe, aus der erfuhr Vinzent, dass der Bikepark direkt neben unserem Grundstück gebaut werden soll“, sagt Hell.

Warum so viele Parkplätze?

Ex-Grünen-Gemeinderat Joachim Hellriegel

„Ich befürchte, es geht um etwas ganz anderes, das unter dem Stichwort „Bikepark“ auf den Weg gebracht wird, warum sonst so viele Parkplätze in der Planung?“ fragt sich der ehemalige Grünen-Gemeinderat Joachim Hellriegel, ebenfalls ein Beschwerdeführer. „Der Bürgermeister arbeitet gerne scheibchenweise: die Räte erhalten vorab Informationen, dann wird ihnen in öffentlicher Sitzung etwas vorgelegt mit der Frage – ob sie es sich so vorstellen können. Das führt dann dazu, dass sich das Gremium irgendwann mitten in der Bauleitplanung zu einem riesigen Freizeitgelände wiederfindet“.

Glonn: Bürgermeister weist Vorwürfe der Beschwerdeführer entschieden zurück

Oswald weist den Vorwurf zurück: „Ich mache keine Scheibchentaktik, habe gehört, dass der Jugend etwas fehlt und wir arbeiten daran.“ Was genau auf dem Gelände entstehen wird, weiß der Bürgermeister noch nicht. Von einem größeren Gelände für Bike-Sportler über die Region hinaus habe er zwar gehört, dies sei aber nie Thema im Gemeinderat gewesen, sagte Oswald und zeigt sich gelassen: „Es ist normal, dass es in einem Prozess Widerstand gibt.

Wir sind am Beginn eines Planungsprozesses. Wie der endet entscheide weder ich als Bürgermeister, noch ein ehemaliger Gemeinderat, sondern die Mehrheit des aktuellen Gremiums, so funktioniert Demokratie.“

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(Susann Niedermaier)

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