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Martin Esterl, langjähriger Bürgermeister und Ehrenbürger der Gemeinde Glonn, ist im Alter von 70 Jahren gestorben.

Ehemaliger Bürgermeister Martin Esterl

Große Trauer um einen Unbequemen

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18 Jahre lang lenkte er als Bürgermeister die Geschicke Glonns, im Mai 2018 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Marktgemeinde verliehen worden. Bei der Feierstunde war Martin Esterl von seiner schweren Erkrankung bereits stark gezeichnet, am Donnerstag, 20. Dezember, ist er im Alter von 70 Jahren gestorben.

Aßling/Glonn – Der SPD-Politiker gehörte bis zu seinem Tod dem Ebersberger Kreistag an, er war einer der Stellvertreter von Landrat Robert Niedergesäß (CSU) und sah sich als Sozialdemokrat stets auf der Seite des „kleinen Mannes“. Dabei war Esterl, der die letzten Jahre in der Gemeinde Aßling lebte, nie Parteisoldat, sein kritischer Geist ließ ihn mitunter auch am Tun der Genossen zweifeln.

Auf einem Bauernhof in der Einöde Reisenthal im Kupferbachtal erblickte Martin Esterl im Februar 1948 das Licht der Welt. Er war das siebte von zehn Kindern. „Schön war’s, in so einer großen Familie aufzuwachsen“, erinnerte er sich gern an die Kindheit. Nach dem Abitur studierte Esterl fürs Lehramt in Eichstätt, in seiner Zulassungsarbeit beschäftigte sich der Student mit dem Hitler-Putsch in München. Die Aufarbeitung der Jahre von 1933 bis 1945 blieb auch später immer ein wesentliches Thema des Hauptschullehrers. „Mit jeder Klasse fuhr ich nach Dachau und ich bin mir sicher, dass ich einige Schüler davor bewahren konnte, in die rechte Szene abzurutschen“, sagte er Anfang dieses Jahres.

1983 trat Esterl der SPD bei, 1996 wählten die Glonner den SPD-Kandidaten zum Bürgermeister ihrer Gemeinde. Bei dieser Wahl erzielte er mit 61 Prozent bereits einen deutlichen Sieg, bei der zweiten lag er dann bei 79 Prozent, zur dritten Wahl stellte die CSU schon keinen Gegenkandidaten mehr auf.

Im Blick zurück auf die Jahre als Bürgermeister zeigte Esterl stets große Dankbarkeit. Wesentlich war ihm die Beteiligung der Menschen: „Die Leute anstupsen und dann einfach machen lassen, im Vertrauen in die Kompetenz, die in jedem steckt,“ lautete sein Motto.

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