Nikas Bachmann beim Ankommen daheim.
+
Geschafft! Nach über 7200 Kilometern auf dem Fahrrad ist Niklas Bachmann wieder zu Hause in Glonn.

Erfolgreiche Spendenaktion

Radfahren als Symbol fürs Leben: Glonner kehrt nach halbjähriger Radtour nach Hause zurück

  • Raffael Scherer
    VonRaffael Scherer
    schließen

Niklas Bachmann wollte Europa mit dem Rad bereisen und gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes tun. Nun ist der Glonner wieder nach Hause gekehrt.

Glonn – 177 Tage war Niklas Bachmann quer durch Europa in acht verschiedenen Ländern unterwegs – mit dem Fahrrad. Über 7200 Kilometer legte der 19-Jährige dabei zurück – das entspricht etwa der Küstenlinie Spaniens – und hatte dabei nur sechs Platten. Nun ist der Glonner wieder nach Hause zurückgekehrt.

Beim letzten Gespräch mit Bachmann im August war er noch im Süden Spaniens unterwegs: „Aber praktisch ab dem Zeitpunkt hat die Reise erst Intensität angenommen“, erinnert er sich. So erlebte er Hitzewellen mit 49 Grad: „Du kamst dir vor wie in der Sauna, das habe ich noch nie erlebt.“ Außerdem war er einmal in der Wüste Spaniens kurz vor dem Verdursten oder musste in der Nähe Roms bei einem verrückten Einsiedler im Wald übernachten, der sich mit der Machete gegen Aliens wappnete.

Durch Europa mit dem Fahrrad: Texaner schließt sich spontan Bachmanns Reise an

Aber es gab auch schöne Momente: Etwa einen Texaner, den er in einem Hostel bei Venedig kennenlernte. Dieser kaufte sich spontan ein Fahrrad und radelte mit ihm gemeinsam vier Tage lang nach Slowenien. Das habe Bachmann sehr gut getan: „Am Anfang habe ich allein zu reisen total genossen, aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich mir dachte, es wäre doch schön mit jemandem zusammen zu reisen.“

Vergangenen Sonntagnachmittag kam er schließlich wieder in Glonn an. Seine Familie und Freunde hatten eine Überraschungsparty für ihn organisiert und ihn bereits auf der Straße mit Jubel in Empfang genommen.

Radtour gibt Bachmann viel Zeit zum Nachdenken und Möglichkeiten etwas über sich selbst zu lernen

Auf seiner Reise habe er viel Zeit zum Nachdenken gehabt und vieles über sich selbst gelernt: „Das Radfahren hat eine wahnsinnige Symbolik fürs Leben“, stellte er etwa fest. Wenn er ein klares Ziel vor Augen hatte, strampelte er umso enthusiastischer, waren seine Reisepläne unklar, war auch er unmotiviert. „Das kann ich für mich aufs Leben übertragen“, bemerkte er. Auch über seine Studienwahl konnte er ausgiebig nachdenken. Nun weiß er: Maschinenbau soll es sein.

Doch nicht nur mental hat Bachmann die Reise voran gebracht, auch seine damals gestartete Spendenaktion lief äußerst erfolgreich: So sammelte er über 3000 Euro für für die Tropenwaldstiftung OroVerde – und damit für über 3000 gepflanzte Bäume.

Niklas Bachmann ist endlich wieder daheim - und plant schon die nächsten Fahrradtouren

Und die Radtour soll nicht die Letzte gewesen sein. Der Glonner will irgendwann durch Nord- und Südamerika radeln, aber auch östliche Länder wie der Iran seien ihm empfohlen worden. Jetzt sei er aber erst einmal froh, wieder daheim duschen zu können: „Und es hat sich gut angefühlt nach so langer Zeit mal wieder in den eigenen vier Wänden zu schlafen.“ Am Schönsten ist es eben doch zu Hause.

Noch mehr Nachrichten aus der Region Ebersberg lesen Sie hier. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s auch in unserem regelmäßigen Ebersberg-Newsletter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare