Wasserstoff tanken – das soll in Schlacht bei Glonn möglich werden. Doch noch ist es nicht soweit.
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Wasserstoff tanken – das soll in Schlacht bei Glonn möglich werden. Doch noch ist es nicht soweit.

Gemeinderat verschiebt Beschluss, was erhebliche Folgen für Busunternehmer haben kann

Glonn: Wasserstoff-Tankstelle verzögert sich - Busunternehmer fürchtet um sein Geschäft

Glonn zögert beim Bau einer Wasserstoff-Tankstelle in der Gemeinde. Ein großer Busunternehmer wünscht sich eine solche dringend - es geht um sein Geschäft.

Glonn – Zum Bau einer Wasserstofftankstelle für „saubere“ Busse, Lkw und Autos im Glonner Ortsteil Schlacht gibt es noch keine endgültige Entscheidung. Grundsätzlich befürwortet der Marktgemeinderat das Vorhaben, jedoch bisher ohne Beschluss.

In jüngster Sitzung rang sich das Gremium nach intensiver und langer Diskussion lediglich zu einer Absichtserklärung durch. Damit demonstrierten die Räte, dass sie das zukunftsweisende Projekt grundsätzlich für gut befinden. Weil viele Fragen offen, teils unbeantwortet blieben, wurde der rechtsbindende Aufstellungsbeschluss verschoben. Im September wird ein Spezialist den Gemeinderäten das Thema Wasserstoff detailliert erklären, im Oktober will der Marktgemeinderat endgültig entscheiden, ob er den Bau der Wasserstofftankstelle auf den Weg bringt, oder nicht.

Busunternehmen würde gerne Wasserstoff-Busse kaufen - und wünscht sich die Tankstelle

Die zögerliche Haltung des Gemeinderats könnte fatale Folgen haben, zumindest für Josef Ettenhuber, Busunternehmer in Schlacht, dem die Zeit knapp wird. „Ich muss und will neue „saubere“ mit Wasserstoff betriebene Busse kaufen, um eine neue EU-Richtlinie („Clean Vehicles Directive“) langfristig zu erfüllen“, sagte Ettenhuber zur EZ. Die neuen Busse muss Ettenhuber mit Wasserstoff befüllen, er braucht demnach eine Wasserstofftankstelle in erreichbarer Nähe zum Betrieb. „Ich will den Anforderungen des Gesetzgebers gerecht werden, dazu brauche jetzt dringend ich die Unterstützung der Kommunalpolitik vor Ort. Wenn ich die bekomme, kaufe ich die geforderten sauberen Busse, wenn nicht, kann ich es nicht machen. Ohne Wasserstofftankstelle keine Wasserstoffbusse“, sagte Ettenhuber.

Ettenhuber fürchtet um Erfolg bei Ausschreibungen

Der Unternehmer wies auf die „Clean Vehicles Directive“, eine neue Richtlinie der EU, hin, die ihn als Busunternehmer klar betrifft. Um langfristig bei europaweiten Ausschreibungen mithalten zu können, muss auch er neue Busse kaufen, dafür langfristig planen und bereits jetzt handeln. Denn: Wenn beispielsweise der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) die Linien künftig europaweit ausschreibt, können sich nur noch Busunternehmer bewerben, die den geforderten Anteil an sauberen Bussen laut Richtlinie erfüllen. Will Ettenhuber künftig mithalten, müssen 45 Prozent seiner Flotte „saubere“ Busse sein, betrieben entweder mit Biokraftstoffen, Erd- oder flüssig Gas, synthetischen Kraftstoffe, E-Strom oder eben Wasserstoff.

„Rockstar“ sauberer Energie: EU setzt auf grünen Wasserstoff

Wenn die Tankstelle kommt, werde ich sofort fünf Busse bestellen.

Busunternehmer Josef Ettenhuber

Von diesen 45 Prozent der „sauberen“ Busse müssen langfristig wiederum 22,5 Prozent emissionsfrei rein per Elektroantrieb oder mittels Wasserstoff betrieben werden. „Ab 2026 müssen 65 Prozent aller Fahrzeuge „sauber“ betrieben werden“, sagte Ettenhuber der EZ. „Wenn die Tankstelle kommt, werde ich sofort fünf Busse bestellen.“ Mittelfristig plant er, 20 seiner 130 Busse mit Wasserstoff zu betreiben.

Susann Niedermaier

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