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Aus für umweltschädliche Plastikhalme im Glonner Marktcafé! Andrea (links) genießt einen Aperol Spritz und Susi (rechts) ihren Hugo mit Glasstrohhalm. 

Weil’s auch besser schmeckt

Glonner Café verbannt Plastikhalme

Für das Glonner Gastronomen-Ehepaar Ilonka und Markus Steinberger ist klar: „Wir wollen in unserem Lokal keinen Plastikhalm mehr -  weder am Tisch, noch „To Go“.

Glonn – Drei Milliarden Plastikhalme wandern weltweit täglich in den Müll, die Deutschen werfen pro Jahr etwa 4,8 Milliarden weg. Hunderte Jahre kann ein einzelner Plastikhalm in der Umwelt überdauern, die Ozeane sind voll davon. Jetzt hat die EU dem Plastik den Kampf angesagt. Noch bevor eine entsprechende Richtlinie kommt, preschen bereits Supermarktketten vor, bei Rewe soll es schon Ende des Jahres keine Plastikhalme mehr geben. Auch für das Glonner Gastronomen-Ehepaar Iloka und Markus Steinberger ist klar: „Wir wollen in unserem Lokal keinen Plastikhalm mehr - weder am Tisch, noch „To Go“.

Dem angekündigten Gesetz zum Garaus der Plastikhalme, das dann auch Wattestäbchen mit Plastikstil verbannt, sind die Steinbergers bereits zuvor gekommen. Seit einem Monat steckt in jedem Trinkgefäß, das sie den Gästen im Glonner Café Marktblick servieren, ein Halm aus Glas.

„Immer einen Schritt voraus“ war schon bei Ankündigung des Nichtrauchergesetzes die Devise der Steinbergers, bereits zwei Jahre vor dem offiziellen Gastronomie-Rauchverbot mussten die Gäste des Marktblicks im Lokal auf Tabakwaren verzichten. Jetzt steht der Plastikhalm auf der Abschussliste. Bis vor kurzem boten auch die Steinbergers noch zu jeder Latte, jedem Limo und auch jedem „Mitnehm-Kaffee“ einen Plastikhalm an. „Damit ist seit einem Monat Schluss“, sagt Markus Steinberger sichtlich stolz.

Wie kam es zum Halmtausch? „Wir wollten schon länger weg von den Plastikhalmen. Vor allem angesichts der Tatsache, dass die Plastikhalme nach Gebrauch weggeworfen werden. Ich bin nicht öko-fanatisch, aber im Sinne einer bewussten Einstellung zum Leben, zur Umwelt und den Ressourcen erzogen worden“, versichert der Gastronom. Zunächst überlegte er, die Plastikhalme wieder zu verwenden, was sich aber als unmöglich erwies. „Plastikhalme zu waschen, ist aus hygienischen Gründen nicht zulässig, erklärt der Wirt. Er begab sich auf die Suche nach Alternativen. Doch alle im Handel angebotenen Halme aus anderen Materialien wie Papier, Metall, Bambus oder Stroh wiesen Schwächen auf, bei Hygiene, Geschmack und Wiederverwendbarkeit.

Die Lösung fand Steinberger nach längerer Recherche im Internet bei der HALM Trading UG in Berlin, die produziert Halme aus Glas. „Anfangs war ich skeptisch, doch die Glashalme funktionieren reibungslos“, sagt Steinberger und holt einen Behälter mit Glashalmen aus dem Regal. „Die sind ohne Weichmacherstoffe produziert und umweltfreundlich, weil wiederverwendbar. Die kommen nach Gebrauch in einem speziellen Körbchen in die Spülmaschine, alles sauber und hygienisch, klappt wunderbar“, versichert der Wirt. Dann hebt er plötzlich seinen Arm in die Höhe und lässt den Glashalm aus etwa einem Meter auf die Theke fallen. Überraschend bleibt der Halm ganz, rollt lediglich ein wenig hin und her, nichts zerborsten, nicht das kleinste Stück abgebrochen. „Das ist extrem stabiles Spezialglas“, erklärt Steinberger, lacht und freut sich über sein gelungenes Experiment.

Wie reagieren die Gäste auf die Glashalme? „Die sind begeistert und einhellig der Meinung, die Getränke schmecken jetzt besser. Das kommt daher, weil Glashalme geschmacksneutral sind“, weiß der Gastronom und nennt ein Bespiel: „Das ist wie mit dem Unterschied zwischen einer Cola aus der Glasflasche und der aus der Plastikflasche – genauso ist der Unterschied zwischen einem Glashalm und einem Plastikhalm.“

Susann Niedermaier

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