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Zugeparkter Glonner Martkplatz. 

Gemeinderat will Stellplatzsatzung ändern

Glonner Park-Chaos soll ein Ende haben

Über das Park-Chaos in der Kommune hat der Glonner Marktgemeinderat diskutiert.  Er will die Stellplatzsatzung ändern und beauftrage die Verwaltung, einen entsprechenden Satzungsentwurf zu erarbeiten.

Glonn – Aus eins mach’ zwei – schon ist ein Stellplatz doppelt belegbar. Wie’s funktioniert? Das Zauberwort für Bauherren größerer Wohnanlagen heißt: Duplexgarage. Mittels steuerbarer Plattformen – vergleichbar mit Hebebühnen in einer Autowerkstatt – werden Autos darin gestapelt. Doch die Praxis zeigt: die Zauberei hat einen größeren Haken, der sich auch auf die Glonner Parkplatzsituation auswirken könnte. Vielen Mietern sind die Stapelplätze nicht geheuer, die auf- und abfahrbaren Parkflächen werden nur ungern oder gar nicht angenommen. Fazit: Noch mehr Autos quetschen sich auf wenige Parkplätze am Straßenrand.

„Auslöser sind verschiedene Problematiken“, informierte Bürgermeister Josef Oswald (CSU). Ein Punkt davon war die Duplexgarage. „Es gibt immer mehr Bauanträge, die Duplexgaragen als Lösung für die geforderten Stellplätze einplanen“, berichtete VG-Bauamtsleiter, Reinhard Brilmayer. Der EZ gegenüber ergänzte er: „In manches Duplex-Modell passt ein SUV gar nicht rein, der steht dann automatisch auf der Straße.“

Die Verwaltung bewertet nach der geltenden Glonner Stellplatzverordnung beide Flächen (oben/ unten) eines Duplexparksystem mit je einem Punkt, so kann ein Bauherr aktuell pro Grundfläche zwei Stellplätze nachweisen. Das soll sich ändern, darüber waren die Räte sich einig. Es könnte darauf hinauslaufen, dass künftig bei Neubauten in Glonn Duplexstellplätze nur noch mit 0,75 Punkten pro Fläche bewertet werden, stellte Brilmayer in Aussicht. Voraussetzung – das Gremium segnet im Herbst mehrheitlich die neue Stellplatzsatzung ab.

Punkt Zwei: In Glonn gibt es Gebäude, die ursprünglich als reine Wohnanlagen beantragt und genehmigt worden waren, jetzt aber gemischt genutzt werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser schreibt die Satzung zwei Stellplätze pro Wohneinheit, bei Mehrfamilienhäusern ab drei Wohneinheiten 1,5 Stellplätze je Wohnung- zuzüglich Besucherstellplätze vor. Bei Gewerbegebäuden mit Büros, Arztpraxen, Läden, Waren- oder Geschäftshäusern fordert die Verwaltung vom Bauherrn wesentlich mehr Stellplätze. „Bei gemischten Anlagen greift die aktuelle Glonner Stellplatzsatzung nicht“, monierte der Bürgermeister. Fazit: Keine Regelung, zu wenig Parkplätze, noch mehr Fahrzeuge am Straßenrand.

Weiter beleuchtete der Vorsitzende die Situation, die entsteht, wenn Wohnanlagen lediglich Tiefgaragenstellplätze aufweisen. „Die Parkplätze gehören den Mietern, Besucher oder Handwerker stellen ihre Fahrzeuge am Straßenrand ab.“ Ergänzend war aus dem Gremium zu hören, dass nicht nur Besucher, sondern auch die Mieter der Tiefgaragenplätze selbst je nach Wetterlage und auch aus Bequemlichkeit oft am Straßenrand parken würden. „Nur wenn Hagel angesagt ist, ist die Tiefgarage voll und der Straßenrand leer.“ Zur Lösung dieser Problematik tauchte der Vorschlag auf, vom Bauherrn zu verlangen, mindestens ein Viertel der Stellplätze oberirdisch zu errichten. Die Räte diskutierten darüber, grundsätzlich ein zeitlich befristetes Parken vorzuschreiben oder auch Parklizenzkarten zu verkaufen. Als Lizenz-Flächen könnten Gewerbeparkplätze dienen, die bisher nach Ladenschluss nicht genutzt werden. Die Lizenzkartenidee fand quer durch die Parteien viel Zuspruch, der rechtliche Rahmen muss noch geprüft werden. Im Herbst wird die Stellplatzsatzung samt Änderungsvorschlägen erneut auf die Tagesordnung kommen.

Susann Niedermaier

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