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Damals fehlten Gemeinderäten die Worte über die Dreistigkeit des illegalen Baus – heute steht er noch immer.

Landratsamt will jetzt einschreiten

Glonner Schwarzbauer droht Strafe bis 10 000 Euro

  • Christoph Hollender
    VonChristoph Hollender
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Einem Glonner droht eine Strafe für seinen Schwarzbau. Das Landratsamt Ebersberg wird in diesen Tagen einen Bescheid verschicken, der es in sich hat.

Glonn – In dem Bescheid wird stehen, dass der Glonner seine Lagerfläche im Gewerbegebiet Steinhausen um etwa die Hälfte abreißen muss. Dass er das übrige Bauwerk eingrünen muss. Das sei sogar notariell gesichert, teilt ein Sprecher der Behörde mit, sprich: daran muss er sich rechtlich halten. 

Das sei frech, was sich ein Glonner im Gewerbegebiet Steinhausen vor Jahren geleistet hat, dreist und widerrechtlich, sind sich viele Gemeinderäte einig. Auf den Punkt gebracht ist die etwa 300 Quadratmeter große Betonfläche im südlichen Teil des Gewerbegebietes schlichtweg illegal. So die Berichterstattung im Herbst 2017 – vor mehr als einem Jahr also.

Betonfläche dient als Lager für die Holz-Kraft-Anlage

Doch bis heute ist die Betonfläche unverändert. Sie dient als Lagerfläche für die dortige Holz-Kraft-Anlage des Glonners. Satellitenbilder belegen, dass das gelagerte Material sogar noch mehr geworden ist. Von Rückbau der Platte keine Spur.

Wie Josef Oswald, Bürgermeister aus Glonn, mitteilt, müsse etwa die Hälfte, also rund 150 Quadratmeter des Bauwerks abgerissen werden und mit Pflanzen außen herum bepflanzt werden. Dem vorausgegangen ist einen Sitzung des Gemeinderates im November 2017. Damals habe das Gremium den Rückbau gefordert und beschlossen. Im Dezember im gleichen Jahr legt der Rat nach: Einem weiteren Schwarzbau im Süden des Grundstücks wird nicht zugestimmt, er ist zu entfernen.

Alles begann 2016. Der Eigentümer betonierte ohne eine Baugenehmigung zu haben die Lagerfläche. Der Glonner Marktgemeinderat wurde aufmerksam, zeigte sich stinksauer, aber kompromissbereit und gab dem Besitzer die Option, die Fläche zurückzubauen und im Bereich eines existierenden Bebauungsplans zu errichten.

Das macht das Landratsamt

Nun handelt das Landratsamt Ebersberg und zeigt sich über des Vorgehen des Eigentümers nicht erfreut. Norbert Neugebauer, Büroleiter des Landrats, sagt, dass in dem Bescheid dem Eigentümer ein Zwangsgeld zwischen 5000 und 10 000 Euro droht, wenn er das Bauwerk nicht zurückbaut. 

Dies soll in „absehbarer Zeit“ passieren, also: in den kommenden Monaten. Es ist eine „enge zeitliche Vorgabe“, so Neugebauer. Die Überwachung dessen obliegt der Kreisbehörde, die Gemeinde hat damit nichts zu tun. Glonns Bürgermeister gibt sich vorsichtig. Er sagt zu den Schwarzbauten: „Natürlich kann man das aus Sicht der Gemeinde nicht befürworten, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält.“

Für Glonn ist die Holz-Kraft-Anlage eine wichtige Institution. Sie garantiert die Nahwärmeversorgung in dem Gewerbegebiet. Nach langer Kontroverse hat die Gemeinde 2010 den Bau genehmigt.

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