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Grüne zerpflücken Glonner Energiebericht

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Übt Kritik am Energiebericht: Fritz Gerneth. ez
Übt Kritik am Energiebericht: Fritz Gerneth. © Privat

Glonn – Mit einem Wort lasse sich der Energiebericht des Marktes Glonn für das Jahr 2021 zusammenfassen: Stillstand. So die Worte des Grünen-Gemeinderates Friedrich Gerneth in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Glonn - „Die Fraktion der Grünen empfindet sowohl den Inhalt des Berichts als auch die erzielten Fortschritte als enttäuschend,“ trug er vor. Lediglich einige wenige Zahlen „aus dem ebenso dürren Vorjahresbericht“ seien aktualisiert worden, „hier und da ein Wort korrigiert, einige veraltete Folien entfernt, die Mehrzahl der Folien blieb unverändert.“

Man sei ernüchtert. Man vermisse die regelmäßige und aktive Einbindung der beiden Klimaschutzbeauftragten der Gemeinde, Impulse der Verwaltung zum Glonner Nahwärmenetz sowie den aktiv gestalteten Ausbau von Windkraft.

„Ein dürrer Energie-Jahresbericht wie dieser wird dem 2009 aufgestellten Energieleitbild nicht gerecht, das die Gemeinde mit ihrem Beitritt zur „Klimaschutzregion Ebersberg“ 2019 sogar nochmals bekräftigte, so Gerneth. „Wir haben eine Verantwortung zur Eindämmung der weltweiten Klimakrise.“

Im Energiebericht vorgetragen wurde, dass die Marktgemeinde ihr angestrebtes Ziel, den Energieaufwand für Wärme um 30 Prozent zu reduzieren, mit 33 Prozent sogar übertroffen hat. Beim Stromverbrauch hingegen konnte das angestrebte Ziel von 15 Prozent Ersparnis nicht erreicht werden, hier kam man lediglich auf zwölf Prozent. Unterm Strich wurde vermittelt, dass auf kommunaler Ebene ohnehin nur verhältnismäßig wenig getan werden könne, es müssten „alle Bürger, Firmen und Behörden weltweit am Thema arbeiten.“

Wer nun eine Diskussion im Gemeinderat erwartete, der irrt. Einzig Bürgermeister Josef Oswald (CSU) bezog Stellung zur Kritik der Grünen: „Um mehr zu machen, bräuchten wir schlicht mehr Personal.“ Das war’s.

Nicht ganz, denn die Beschwerde hatte Auswirkungen auf die anschließende Diskussion zur Beschaffung eines Kleintransportes für die Gemeinde, was notwendig ist, da das derzeit verwendete Fahrzeug in die Jahre gekommen ist. Teure und unrentable Reparaturen stünden an. Die Beschlussvorlage sah vor, der Gemeinderat möge die Verwaltung beauftragen, ein Fahrzeug für maximal 35 000 Euro zu kaufen. Da war keine Rede von einem Elektrofahrzeug. Das wurde nun Thema in der Sitzung. Ein mit Diesel betriebenes Fahrzeug sei gerade auf Kurzstrecken ohnehin Unsinn, betonten einige Gemeinderäte, ein Elektrofahrzeug würde durchaus Sinn ergeben, auch im Sinne gemeindlicher Vorbildfunktion. Die Räte entschieden: die Verwaltung möge sich um ein Elektrofahrzeug bemühen und nur wenn dies erfolglos ist, könne auch ein konventionell betriebenes Fahrzeug gekauft werden. 35 000 Euro stehen dafür zur Verfügung, für ein E-Fahrzeug wurde der Betrag sogar auf 50 000 Euro erhöht.  pke

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