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Hier kann man herrlich schwimmen. Damit Wasserratten den Kastensee bei Glonn auch künftig zur Erholung nutzen können, will der Landkreis seine schmalen Grundstücksstreifen verkaufen. Nur dann wird die Anlage erneuert.

Grundstücksverkauf geplant

Landkreis Ebersberg wird "Bademeister"

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Glonn - Der Landkreis Ebersberg will seine schmalen Grundstücksstreifen am Kastensee bei Glonn an den Betreiber des dortigen Strandbades verkaufen. Das beschloss jetzt der Kreisausschuss – mit einer ganze Reihe von Bedingungen.

Es geht um rund 2000 Quadratmeter. Der Betreiber möchte die dortigen Anlage erneuern und will dazu die Grundstücke erwerben. Erklärtes Ziel des Kreises ist laut Landrat Robert Niedergesäß (CSU), „das Strandbad am Kastensee dauerhaft zu sichern“. Und der Landkreis will einen notariell verbrieften Zugang zum See.

Bereits seit mehreren Jahren wird über das Thema diskutiert. Der Verkauf sollte zunächst 2014 in nichtöffentlicher Sitzung der Kreisgremien geräuschlos über die Bühne gehen. Das scheiterte jedoch an derSPD, die eine öffentliche Debatte forderte und auch gleich einen eigenen öffentlichen Ortstermin ansetzte. Danach wurde weiter verhandelt.

Nun fiel eine öffentliche Grundsatzentscheidung pro Verkauf. Wie die Vorgaben des Landkreises im Detail aussehen und um welchen Geldbetrag es geht, ist nicht bekannt: Nichtöffentlich wegen laufender Verhandlungen.

Klar ist: Der Betreiber des Strandbades, die Familie Lang, will investieren. Geplant ist ein neues Betriebsgebäude am jetzigen Standort, ein Wohngebäude auf dem Areal des jetzigen Blockhauses und eine Toilettenanlage auf der Liegewiese. Um auf der sicheren Seite zu sein, will der Eigentümer das alles aber nur auf eigenen Grundstücken verwirklichen. Der Grund aber beispielsweise, auf dem die Terrasse des Strandcafé steht, gehört derzeit noch dem Landkreis.

Der Kreis will nur verkaufen, wenn der Käufer ein Geh- und Fahrtrecht zusichert. Das soll durch einen fünf Meter breiten Streifen vom Lindacher Weg zum See ermöglicht werden. Einen solchen Zugang gibt es bisher nicht. Das Nutzungsrecht soll außerhalb der Badesaison vom 1. Oktober bis 30. April gelten. Zudem müsse der Eigentümer den Zugang während der Saison auch dann gewähren, wenn beispielsweise wegen schlechten Wetters nicht gebadet wird. Das hatte der Betreiber bisher abgelehnt, mit dem Hinweis auf möglichen Vandalismus, wenn beispielsweise im Winter niemand vor Ort sei.

Der Landkreis Ebersberg will sich zudem ein Ankaufsrecht für den Fall eintragen lassen, dass der Eigentümer die Flächen am See mit dem Strandbadbetrieb verkauft. Er lehnt eine Forderung des Eigentümers ab, etwas gegen die aus seiner Sicht zunehmende Verlandung des Sees zu unternehmen. „In 50 Jahren wird hier keiner mehr schwimmen können“, hatte Manfred Lamm beim SPD-Ortstermin im März 2014 erklärt. Sein Vater hatte das Gelände 1957 gekauft. In seiner Kindheit sei der See noch neun, zehn Meter tief gewesen, so Lamm damals. Inzwischen seien es nur noch vier Meter. Der See verschlamme. Abläufe seien zugewachsen. Das sei auch ein Grund für die Überschwemmungen. Man müsse den See einmal ausräumen. Aber dagegen hätte die Naturschutzbehörde etwas.

Argument der Landkreises jetzt im Ausschuss: Dass der See an Tiefe verloren habe, könne nicht seriös festgestellt werden. Es habe noch nie Messungen gegeben. Vorgeschlagen wurde als Hochwasserschutz, die Mauer der Terrasse der Gaststätte künftig zu erhöhen.

Im Ausschuss gab es schließlich eine breite Mehrheit für den Verkauf und die Vorgaben. Dagegen votierten die Grünen. Sie hätten statt des Verkaufs der Grundstücke lieber einen langfristigen Pachtvertrag gehabt. Ähnlich sah das auch Christian Eckert (Bayernpartei).

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