Menschen am Lebensende sollen bestmöglich betreut werden.
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Menschen am Lebensende sollen bestmöglich betreut werden.

Für Menschen am Lebensende

Hospizinsel im Glonner Marienheim

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Eine „Hospizinsel“ ist ein Rückzugsort für schwer kranke Patienten, die nicht mehr lange zu leben haben. Eine solche soll nun im Marienheim in Glonn entstehen.

Landkreis – Eingerichtet werden könnten möglicherweise sechs Einzelzimmer. Planungen und Verhandlungen mit allen Beteiligten laufen. Träger des Angebotes könnte die Caritas sein. Im Kreis-Sozialausschuss wurde der aktuelle Stand präsentiert. Er fand breite Zustimmung.

Über ein Hospiz wird schon lange geredet

Überlegungen zu einem Hospiz im Landkreis Ebersberg gibt es schon länger. Herausgestellt hat sich jedoch, dass es eine „größere Lösung“ nicht geben werde. Hintergrund: Im Umfeld des Landkreises gebe es Angebote. Der Bedarf sei gedeckt, wie die Regierung von Oberbayern mitteilte. Die Alternative war eine „Hospizinsel“. Also eine ähnliche Einrichtung, bei der möglicherweise nicht alle Betroffenen aufgenommen werden können. Geboten werden soll jedoch eine umfangreiche Betreuung. „Das ist keine Notlösung, sondern eine kreative Variante“, erklärte Jochen Specht vom Landratsamt gegenüber der Ebersberger Zeitung.

Landkreis auf Standortsuche

Als Standort war ursprünglich das Pfarrer-Guggetzer- Haus der Kreisklinik in Ebersberg angedacht. Für den wirtschaftlichen Betrieb einer „Hospizinsel“ sei dieser Vorschlag jedoch allein vom Platzangebot her nicht ausreichend, wie sich vor rund einem Jahr herausstellte. Der Landkreis machte sich auf Immobiliensuche. Im Blick das Marienheim in Glonn, eine Senioreneinrichtung.

Die Caritas München Land ist bereits seit 2015 Träger der spezialisierten ambulante Palliativversorgung (SAPV) im Landkreis Ebersberg, also die Betreuung von Patienten im für sie gewohntem Umfeld. Sie erhält zu deren Durchführung einen jährlichen Defizitausgleich von maximal 64 000 Euro. Der entsprechende Rahmenvertrag ist laut Landratsamt im Oktober 2018 ausgelaufen. Seither wurde der Vertrag mündlich verlängert und hat in dieser Form bis heute Bestand. In den Geschäftsjahren 2018 und 2019 habe die Caritas München Land den Defizitausgleich nicht in Anspruch genommen, so das Landratsamt.

Im Zuge des Vorhabens, im Landkreis Ebersberg eine Hospizinsel zu schaffen, plant die Verwaltung, einen gemeinsamen Rahmenvertrag über die SAPV und die Hospizinsel mit dem Träger auszuhandeln. Allerdings erfordert die praktische Umsetzung und die Finanzierung des Vorhabens laut Landratsamt noch aufwändige Verhandlungen unter anderem mit den Kranken- und Pflegekassen. Und es geht um Regeln für das Personal vor Ort. Hingewiesen wurde auf die Hospizinsel in Waldkraiburg. Gleichzeitig ist geplant, für das Projekt externe Spender zu finden. Erste Ansätze für eine Fundraising-Aktion wurden in der Sitzung vorgestellt. Die Rede war unter anderem von Patenschaften sowie Unterstützung durch Firmen.

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