Für 750.000 Euro verspricht Unternehmen Glasfaser-Anschlüsse im gesamten Gemeindegebiet

So läuft der Glonner Breitbandausbau

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Glonn - Der Breitbandausbau in der Gemeinde Glonn ist beschlossene Sache. Gewonnen hat die Ausschreibung die Deutsche Glasfaser, ein Tochterunternehmen des niederländischen Unternehmens Reggeborgh. Hier die Einzelheiten.

Für rund 750 000 Euro verspricht das Unternehmen den Ausbau des gesamten Glonner Gemeindegebietes mit Glasfaser-Anschlüssen – 100 Megabit pro Sekunde Mindestgeschwindigkeit. Abzüglich der Förderung durch den Freistaat muss die Gemeinde Glonn Kosten von rund 230 000 Euro tragen, das ist günstiger als erwartet.

Das Angebot hat allerdings einen Haken: Man werde erst mit dem Ausbau beginnen, wenn 40 Prozent der Glonner Haushalte einen Vertrag mit dem neuen Anbieter abschlössen, erklärte Herman van Voorst, ein Vertreter von Deutsche Glasfaser, dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Dort war man etwas verdutzt über das, was das Unternehmen „Nachfragebündelung“ nennt. „Ich dachte, es wird bedingungslos ausgebaut“, wunderte sich Grünen-Gemeinderat Joachim Hellriegel. Van Voorst rechtfertigte das Vorgehen mit den hohen Kosten, die der Ausbau einer Flächengemeinde wie Glonn mit sich bringe: „Wir müssen wirtschaftlich arbeiten“. Dafür bleibe jenen Haushalten, die während der Bündelungsphase einen Vertrag mit Deutsche Glasfaser unterschrieben, die aufwandsabhängige Anschlussgebühr von mindestens 750 Euro erspart.

Der Aufwand, den die Firma für den Netzausbau plant, ist enorm: „Jeder Gehweg wird aufgegraben“, sagt van Voorst. Ein völlig neues Leitungsnetz mit einer Verlegetiefe von 40 bis 80 Zentimetern soll in Glonn entstehen. Dafür legt die Firma ihren Kunden die Glasfaserkabel direkt bis in die Wohnung, verzichtet also gänzlich auf veraltete Kupferkabel. Ist die kritische Masse von 40 Prozent der Haushalte erreicht, verspricht das Unternehmen den Ausbau des gesamten Gemeindegebiets, Kern- wie Außenbereich. Scheitert dieses Vorhaben, muss sich der Gemeinderat nochmals mit anderen Bietern auseinandersetzen. „Es ist noch kein Vertrag unterschrieben“, betonte Bürgermeister Josef Oswald (CSU), dass die Glonner noch keine Verpflichtungen eingegangen seien. Allenfalls riskiere man Zeit zu verlieren, falls die „Nachfragebündelung“ erfolglos verlaufe.

Der Gemeinderat verblieb mit dem Vorhaben, die Angebote der unterlegenen Bieter auf vergleichbare Klauseln prüfen zu lassen. Deutsche-Glasfaser-Vertreter van Voorst versprach, dass seine Firma vor Ort das Gespräch mit den Glonnern suchen werde, um eine bestmögliche Information zu erreichen. Ein Glasfaser-Anschluss mit 100 Megabit pro Sekunde Up- und Download-Geschwindigkeit kostet Privatkunden bei dem Anbieter monatlich 46,95 Euro. Kunden, die einen Vertrag während der Bündelungsphase unterzeichnen, zahlen die ersten zwei Jahre 35,95 Euro. Eine Telefon-Flatrate ins deutsche Festnetz schlägt mit monatlich fünf Euro zusätzlich zu Buche. Zukünftig soll das Glasfaser-Netz auch für andere Anbieter offen sein, das schreibt die Bundesnetzagentur vor. Diesbezügliche Verhandlungen seien im Gange, erklärte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage der Ebersberger Zeitung.

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