Die energetische Sanierung des Moosacher Rathauses gehört zu den Aufgaben, für die die Kommune bald größere Beträge aufwenden muss. Foto: Stefan Rossmann

Moosach nimmt Kredite auf

Abkehr vom Schuldenabbau

Moosach - Für Investitionen muss die Gemeinde Moosach Kredite aufnehmen und Tafelsilber verkaufen.

Kontinuierlicher Schuldenabbau war jahrelang das oberste Gebot für die Gemeinde Moosach. Doch für die nächsten Jahre stehen größere und wichtige Investitionen an, die finanziert werden müssen, sodass nicht nur Kreditaufnahmen notwendig werden, sondern auch der Verkauf einer Liegenschaft im Mühlweg 11.

Für die im Haushalt 2016 geplanten Investitionen, dazu gehören die energetische Sanierung des Rathauses, die Anschaffung eines Mehrzweckfahrzeuges für die Feuerwehr, der Gehwegebau nach Gutterstätt, der Ankauf eines Schleppers für den Bauhof, die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes und vor allem der Neubau eines Wohnhauses für Asylbewerber, plant die Gemeinde eine Kreditaufnahme von rund 1,2 Millionen Euro.

„Diese Kreditaufnahme soll über die Bayern Labo erfolgen, da hier im Rahmen des Kreditprogramms ,Investkredit Kommunal Bayern’ für Flüchtlingsunterkünfte eine Sonderfazilität mit 0,0 Prozent Zins angeboten wird“, gab Kämmerer Willi Röder bekannt. Der Kreditantrag müsse jedoch bis spätestens 30. März 2016 gestellt sein.

Im kommenden Jahr sind weitere Maßnahmen im Straßenbau (200 000 Euro für Parkplätze in Altenburg), die Sanierung der Friedhofsmauer (165 000 Euro) und vor allem die Erstellung eines Brunnens in Altenburg mit Kosten von rund 500 000 Euro geplant. Für letztere Maßnahme wird eine weitere Kreditaufnahme im rentierlichen Bereich nötig sein. „Aufgrund der geplanten Investitionen in den nächsten Jahren wird ein kontinuierlicher Schuldenabbau nicht mehr möglich sein“, konstatierte der Kämmerer.

Pro-Kopf-Verschuldung wird sich fast verdreifachen

So wird der Schuldenstand der Gemeinde von 649 434 Euro oder 422 Euro je Einwohner Ende 2016 auf 1 765 273 Euro ansteigen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1147 Euro entspricht. Für 2018 ist derzeit der Neubau von seniorengerechten Wohnungen im Geschosswohnungsbau mit geschätzten Kosten von rund 400 000 Euro geplant. Nach den derzeitigen Planungen ist auch in 2018 eine Kreditaufnahme in Höhe von 400 000 Euro vorgesehen, um den Neubau bewerkstelligen zu können. Trotz der großen Investitionen ist die Lage für die kleine Gemeinde nicht dramatisch, denn bei den Schulden der Kommune Moosach handelt es sich um so genannte „rentierliche Schulden“, welche überwiegend durch Mieteinnahmen, Beiträge und Gebühren refinanziert werden.

Einstimmig stimmte der Gemeinderat dem Haushalts- und Investitionsplan für 2016 zu. Noch nie waren die Summen des Haushalts so groß, im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Ansatz im Verwaltungshaushalt um 178 000 Euro auf insgesamt 2,67 Millionen Euro vergrößert. Im Vermögenshaushalt liegt der Ansatz bei 2,43 Millionen und ist damit fast doppelt so hoch wie 2015.

Das Gesamtvolumen beträgt 5,28 Millionen Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist dies eine Steigerung von 32,9 Prozent. Zu den größten Einnahmen im Verwaltungshaushalt zählen die Einnahmen aus der Einkommenssteuer mit 1,1 Millionen Euro und der Gewerbesteuer mit 350 000 Euro. Die größten Ausgaben sind mit 750 000 Euro die Kreisumlage und mit 161 000 Euro die VG-Umlage. Was die Steuerkraft betrifft, liegt Moosach weiterhin im landkreisweiten Vergleich auf dem elften Platz. Kämmerer Röder: „Da haben wir uns nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert.“

Von Uta Künkler

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