„Geschützter Landschaftsbestandteil“: Der Bund Naturschutz hängt am renaturierten Zustand des alten Bahndamms zwischen Moosach und Glonn.
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„Geschützter Landschaftsbestandteil“: Der Bund Naturschutz hängt am renaturierten Zustand des alten Bahndamms zwischen Moosach und Glonn.

Zum Erhalt des alten Bahndamms

Zwischen Moosach und Glonn: Naturschützer wollen Staatsstraße zur Fahrradstrecke machen

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Statt den alten Bahndamm zwischen Moosach und Glonn zum Radweg auszubauen, hat der Bund Naturschutz einen anderen Vorschlag. Für Autofahrer würde das einen Umweg bedeuten.

Moosach/Glonn – Der Schutz der 300-jährigen Eiche bei Nettelkofen, der zu heftigen Diskussionen geführt hatte, und der Schutz für den Bahndamm zwischen Moosach und Glonn: Der Bund Naturschutz sieht hier Parallelen. Damit bekommt die Debatte um einen geplantenRadweg zwischen Grafing und Glonn wieder Fahrt.

Die Eiche sollte zunächst einer Straßenverbreiterung und einem neuen Radweg weichen. Hier soll es nun eine Lösung geben. Für den neuen Fahrradweg von Moosach nach Glonn wird seit Längerem die alte Bahntrasse in Erwägung gezogen. Seit der Stilllegung der Zugverbindung zwischen Grafing und Glonn und ihrem Rückbau im Jahre 1971 entwickelte sich dort laut BN ein artenreicher Bestand. Diese zusammenhängende Fläche sei mit ihren rund 14 Hektar als Standort für trocken- und wärmeliebende Tier- und Pflanzenwelt nach Bundes-Naturschutz-Gesetz unter Schutz gestellt. Zudem stelle diese Fläche eine exzellente, überregional bedeutsame Verbindungsachse zu einzelnen Biotopen und ökologischen Flächen dar und sei in Teilbereichen zudem ein Puffer zur umliegenden Agrarlandschaft. So steht es in einer aktuellen Mitteilung. Für die Naturschützer ist nicht nachvollziehbar, dass eine bestehende und bereits geschützte Biotopverbindung zerstört werden soll.

Als Alternative zum dort geplanten Fahrradweg fordert der BN die Umwandlung der Staatsstraße 2351 in eine Fahrradstraße (re., gelb). Für Autos gebe es eine Alternative (rot).

Eine bessere Radverbindung von Grafing-Bahnhof nach Glonn halten die Naturschützer aber durchaus für sinnvoll. Als Alternative zum Bahndamm bringt der BN erneut die Staatsstraße 2351 ins Gespräch, die zu einer „Fahrradstraße“ umgewandelt werden könnte. Besonders an sonnigen Wochenenden sei diese Straße, die „ Alte Moosacher“, einerseits beliebte Rennstrecke für Auto-, aber besonders Motorradfahrer, andererseits stark frequentiert von Fahrradfahrern, was zu vielen unfallträchtigen Situationen führe. Laut Bund Naturschutz sei eine wünschenswerte Lösung, die Umwidmung der St 2351 in eine Fahrradstraße, auf der alle Verkehrsteilnehmer durch Tempo 30 zu rücksichtsvollem Fahren angehalten würden, wird die Glonner Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, Gundel Meistring, zitiert. Zudem weist der Bund Naturschutz darauf hin, dass es zwischen Glonn und Moosach zwei Verbindungsstraßen gebe.

Im Gespräch ist dieses Thema schon länger. Landrat Robert Niedergesäß (CSU) erklärt nun, auf einer Staatstraße sei eine geforderte Beschränkung nicht möglich. Notwendig sei daher, um entsprechende Schritte zu unternehmen, eine Herabstufung zunächst auf eine Kreisstraße, dann auf eine Gemeindestraße. Die Gemeinden müssten anschließend die Baulast für die Strecke übernehmen, hieß es bereits früher. Ebenfalls schon angedacht war einmal, im Gegenzug aus der bisherigen Kreisstraße 13 zwischen Grafing über Bruck nach Glonn eine Staatsstraße zu machen. Niedergesäß wies auch darauf hin, dass es an der derzeitigen Staatsstraße Anwohner gebe, an die zu denken sei. Auch der landwirtschaftliche Verkehr müsse berücksichtigt werden. „Eine komplette Sperrung halte ich nicht für möglich“, so der Landrat. Eine Priorität für Radfahrer würde er begrüßen. Vielleicht gebe es ja eine Kompromisslösung. „Wir haben einige Schritte vor uns.“

Verbindung Glonn–Moosach: Offizieller Antrag: Grüne wollen Vorfahrt für Fahrräder auf der St 2351

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