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Eine große Familie: Seit 20 Jahren residieren die Bulls in ihrem Vereinsheim.

Motorradclub „Bavarian Bulls“, Glonn, wird 25

Viele Gönner, viele Könner

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Zugegeben: Am Anfang lief nicht alles rund. Dass die Glonner Biker am Marktplatz gerne ihre Kreise zogen, sorgte bald für steile Stirnfalten bei den Anliegern. Das ist freilich längst Geschichte. Die Biker Hüttn der „Bavarian Bulls“ belebt inzwischen das Vereinsgeschehen im Ort ganz maßgeblich.

Glonn - Bei den Bulls sind alle gerne zu Gast. Das war auch am vergangenen Samstag so, als es mehrere Jubiläen zu feiern galt. Seit 20 Jahren residieren die Biker in ihrem Vereinsheim an der Straße nach Haslach – gebaut auf Grund, den die Gemeinde damals zur Verfügung gestellt hatte.

„Die Baugenehmigung dauerte nur ein paar Wochen“, erinnerten sich am Samstag die Beteiligten, zu denen auch Altbürgermeister Martin Esterl zählte. Ganz genau waren es eigentlich nur zwei Wochen.

Die Gründung des Vereins war freilich fünf Jahre vorher schon und zum fälligen Jubiläum erschienen auch Vertreter der Brauerei Schweiger aus Markt Schwaben, und Getränkehändler Alfons Gartner, die die Bulls seit 25 Jahren mit „Treibstoff“ versorgen – und zwar in doppeltem Sinn, weil Gartner neben seinem Getränkehandel in der Zinneberger Straße auch eine Tankstelle betreibt.

Mit dem Bau der Bikerhütte wurde damals ein illegaler Zustand legalisiert. Denn das erste Vereinsheim, vom jetzigen Luftlinie nur ein paar hundert Meter weiter in einem Waldstück auf einer alten Mülldeponie gelegen, war ein astreiner Schwarzbau, von dem der damalige Kreisbaumeister schließlich kategorisch verlangte: „Der muss weg.“

Unbürokratisches Engagement der Glonner Verwaltung sorgte schnell für die Möglichkeit, einen gesetzeskonformen Neubau hinzustellen. Dass der neue Platz direkt an der Glonner Kläranlage zu liegen kam, störte die Biker in keinster Weise. „Mir san da nicht hoaklig“, war die einhellige Meinung, was so viel heißen sollte wie: „Wir sind nicht anspruchsvoll.“

Der Rest war vor allem Eigenleistung: „Wir hatten viele Gönner und viele Könner“, kann sich Gründungsmitglied Robert Baumeister erinnern. Er gehört wie Ludwig „Schandl“ Sarreiter, Robert Seiler, Präse Hans Schmid und Ernst Bichlmeier zu den Männern der ersten Stunde, die auch heute das Haus noch mit Leben erfüllen – sehr zur Freude der Gäste, die gelegentlich vorbeischauen und sich gerne auf einen Ratsch niederlassen.

Baumeister hütet einen Ordner mit Bildern, auf denen nachvollzogen werden kann, wie viel Arbeit in dem Vereinsheim steckt – und das ist ungefähr so viel, wie Eisen in der betonierten Bodenplatte versenkt wurde. Dass unter den Motorradfahrern viele Handwerker waren, zahlte sich aus. Die Bilder des Aufbaus wurden inzwischen in mehreren nächtlichen Sitzungen digitalisiert, nachdem der Kampf mit einem alten Scanner gewonnen wurde, der vermutlich das Gründungsjahr der Bulls schon erlebt hat. Die Biker kommen eben mit dem zurecht, was sie haben.

Beim Jubiläum wurden alte Geschichten aufgewärmt, unter anderem eine, bei der ein Kavalierstart aus der wilden Zeit am Marktplatz so schief ging, dass schließlich die mit einem goldenen Wapperl prämierten Brote aus der Bäckerei des damaligen Landtagsabgeordenten Richard Gürteler aus einem kaputten Schaufenster auf die Straße kullerten.

Ein bisschen wurde zum Jubiläum auch daran gedacht, dass Motorradfahren gefährlich ist und das schöne Hobby den einen oder anderen schon das Leben gekostet hat. Im Geiste freilich sitzen diese Kameraden immer noch mit am Stammtisch, weil die Erinnerung an sie durch die „Bavarian Bulls“ lebendig gehalten wird.

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