+
Die Verkehrssituation in Glonn nimmt die Glonner SPD als Schwerpunkt für das laufende Jahr in den Blick.

Renate Glaser und Martin Podehl (beide SPD/KommA) über die künftige Politik in Glonn

„Verkehrskonzept steht an erster Stelle“

Die Existenzkrise der SPD macht auch den Glonner Genossen massiv zu schaffen. Die Mitgliederzahlen sind rückläufig, weniger als 30 Personen gehören dem Ortsverband der Partei in der Marktgemeinde noch an.

Glonn – Die Ursachen für diese Entwicklung sieht Martin Podehl (43), Fraktionssprecher der Glonner SPD, vor allem in der Bundespolitik der Sozialdemokraten, einer Überalterung und in fehlendem Nachwuchs im Ortsverband. Podehl geht in vielen Punkten nicht konform mit der Bundespolitik seiner Partei, dennoch bleibt der überzeugte Sozialdemokrat den Genossen treu.

Mit ihm vertreten in der laufenden Amtsperiode Jutta Gräf, Hans Reiser, Rudolf Senckenberg und Renate Glaser die SPD und den Kommunalpolitischen Arbeitskreis (KommA) in Listengemeinschaft im Marktgemeinderat. Zusammen mit Renate Glaser (58) stellte Podehl sich Fragen der Ebersberger Zeitungzu drängenden Themen und der Gesprächskultur im Gemeinderat.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Projekte für Glonn in 2019?

Podehl: Die Schulhaussanierung und ein Verkehrskonzept sind Pflichtaufgaben für die Marktgemeinde, auch der Kinderhort in der Klosterschule drängt. Hier ist über Renovierung, Um- oder Neubau zu entscheiden.
Glaser: Für mich steht ganz klar das Verkehrskonzept an erster Stelle der Aufgaben. Wir tragen Verantwortung, deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir den Ort unseren Nachkommen hinterlassen wollen. Wir sind Marktgemeinde und das sollten wir wieder mehr in den Mittelpunkt stellen. Zugunsten eines lebendigen Marktes sollten wir daher mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer schaffen, auch wenn dafür zwei oder drei Parkplätze weichen müssen.

Was sollte die Kommune noch angehen?

Podehl: Seit ich im Gemeinderat bin, plädiere ich für eine zusätzliche Sporthalle. Die Halle würde zirka zwei Millionen Euro verschlingen. Weil die Marktgemeinde finanziell relativ schlecht gestellt ist, läuft es in Glonn stets so: jedes Projekt, für das wir uns entscheiden, zieht nach sich, dass die anderen Themen nach hinten verschoben werden. So blieb die Sporthalle immer auf der Strecke.
Glaser:Nachhaltigkeit und Erneuerung in Sachen Umwelt und Energiewende in meiner Heimat Glonn sind für mich Herzensangelegenheit.

Ist die Marktgemeinde den Bürgern gegenüber Ihrer Meinung transparent genug? Gibt es Verbesserungsmöglichkeiten?

Podehl:Glonn informiert die Bürger gut und transparent. Es häuft sich aber, dass zu viele Themen, die öffentlich im Gemeinderat behandelt werden könnten, im nichtöffentlichen Teil besprochen werden.
Glaser:Mit mehr öffentlichen Themen wächst das Interesse an Kommunalpolitik in der Bürgerschaft. Deshalb sollten wir wichtige Informationen zu Projekten online stellen.

Wie sehen Sie die Zusammenarbeit im Gremium mit den Ratskollegen?

Glaser: Die Abstimmungen erfolgen durchweg nicht unter Fraktionszwang, sondern nach Sachverhalten und individueller Meinung.

Was wünschen Sie sich fürs Jahr 2019 von Ihren Kollegen?

Glaser: Dass sie dem Wandel mehr Chance geben.
Podehl:Keine Angst vor neuen Ideen.

Was wünscht sich die SPD von Bürgermeister Josef Oswald (CSU) für 2019?

Podehl und Glaser: Dass er nicht immer nur auf kurzfristige Anforderungen reagiert, Themen entschiedener vorantreibt und sich mehr Gedanken auch drüber macht, wohin sich Glonn entwickeln könnte.“

Das Gespräch führte

Susann Niedermaier

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Spaß muss sein, aber kein Bespaßungsverein
Mit seinen fast 500 Mitgliedern gehört der VdK-Ortsverband Markt Schwaben wirklich nicht zu den Kleinvereinen im Ort.
Spaß muss sein, aber kein Bespaßungsverein
„Engagiert euch, sonst machen es andere“
21 Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Aßling besuchten in Begleitung ihres Lehrers den Bayerischen Landtag in München.
„Engagiert euch, sonst machen es andere“
Vorleserin im Buchladen vor großer Runde
Wieder einmal war der Buchladen Vaterstetten bis auf den letzten Platz besetzt, als Vorleserin Ulrike Wolz dort ausgewählte Roman-Neuerscheinungen vorstellte.
Vorleserin im Buchladen vor großer Runde
Nach Unfall zugeschlagen - Wildwest in Steinhöring
Zwei kaputte Autos, anschließend ein Faustschlag. Das Osterfest ist damit gründlich verdorben. 
Nach Unfall zugeschlagen - Wildwest in Steinhöring

Kommentare