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Die Verwaltungsgemeinschaft Glonn will Strafzinsen vermeiden und macht sich auf die Suche nach einer geeigneten Bank.

Thema Strafzinsen: Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft Glonn suchen neuen Finanzpartner

Die kleinste Bank macht’s billiger

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Die schlechte Nachricht kam fast ganz zum Schluss. In der jüngsten Gemeinderatssitzung in Oberpframmern informierte Bürgermeister Andreas Lutz (CSU) die Gremiumsmitglieder über einen Schriftwechsel mit der Hausbank der Kommune.

Oberpframmern – Es ging dabei um den sogenannten „Strafzins.“ Und der droht nicht nur potenten Privatkunden, sondern inzwischen auch den Kommunen.

Das Geldinstitut hatte angekündigt, dass künftig Einlagen über einem Volumen von 250 000 Euro mit einer jährlichen „Verwaltungsgebühr“ von 0,4 Prozent belegt werden. Lutz lieferte dem Gremium aber auch gleich eine Alternative. Denn nach seinem Informationsstand gibt es eine kleine Bank im Landkreis, die diese Gebühr noch nicht in dem Umfang erhebt. Es ist genau genommen sogar das kleinste Geldinstitut, nämlich die Alxing-Brucker Genossenschaftsbank.

Inzwischen gab es schon Telefonate, wie Vorstandsvorsitzender Jürgen Gleißner bestätigt. Und im Ergebnis wurde angekündigt, dass – abhängig von der Größenordnung der zu parkenden Finanzmasse – tatsächlich kein Strafzins erhoben werde. „Wir haben ein recht gutes Kreditgeschäft“, sagte Gleißner auf Anfrage der Ebersberger Zeitung. Die Kredite würden in der Region vermittelt. Politik seines Hauses sei ohnehin, den Negativzins nicht für Bestandskunden einzuführen. Die Oberpframmerner wären allerdings ein Neukunde, würden offensichtlich aber auch in den Genuss dieser Handhabung kommen. So die Auskunft von Gleißner.

Die Pframmerner Verwaltung wurde in dieser Situation beauftragt, bis zur nächsten Sitzung am 11. Januar die Guthaben der Gemeinde aufzulisten und Vorschläge zu erarbeiten, „welche Einlagen auf die Alxinger Raiffeisenbank umgeschichtet werden können, um diese Verwahrgeldzahlung zu vermeiden“.

Das Beispiel könnte Schule machen. Denn der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft, Markus Zistl, hat nicht nur die Zahlen der Gemeinde Oberpframmern untersucht, sondern gleich die der ganzen VG Glonn, zu der auch Moosach, Bruck, Egmating und Glonn selbst gehören.

Dem Vernehmen nach wurden mit der Alxing-Brucker Genossenschaftsbank diesbezüglich Verhandlungen aufgenommen, von denen Zistl berichtet, dass das Institut bei den dann überschlagsmäßig anfallenden Größenordnungen ebenfalls auf Strafzinsen verzichtet würde, bzw. sie wesentlich niedriger ausfallen würden, als bei der bisherigen Hausbank der Gemeinde Oberpframmern. So sei es ihm jedenfalls signalisiert worden. „Das war ein faires Gespräch“, berichtet Zistl. Eine Einschränkung gibt es allerdings doch: „Wenn ein Neukunde kommt, und bringt uns zehn Millionen, dann kann ich das nicht ausschließen“, sagt Gleißner zum Thema Strafzins.

Die Banken im Landkreis Ebersberg kommen bei höheren Beträgen inzwischen selbst in die „Kreditklemme“. Denn auch sie müssen bei ihren „Mutterhäusern“ Strafzinsen für geparkte Summen entrichten, die etwa durch noch nicht abgerufene Haushaltsreste entstehen. Dieser Finanzaufwand wird dann an die Kunden durchgereicht. Verlangen Banken solche „Gebühren“ nicht, besteht die Gefahr für sie, dass sie mit Geld überschwemmt werden, was wiederum ihre Situation kaufmännisch schwieriger machen könnte.

Gleißner erklärt die Zinspolitik seines Hauses mit der „anderen Struktur“ der Alxing-Brucker Genossenschaftsbank. „Wir haben viele Handwerksbetriebe und Mittelständler als Kunden.“ Für Geld von Kapitalgesellschaften könnten jedoch Verwaltungsgebühren anfallen.

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