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Das Glonner Marienheim grenzt an die viel befahrene Staatsstraße. Die Heimbewohner sind in Gefahr, wenn sie die Straße überquere n wollen. Eine Ampelanlage soll ihnen die Situation erleichtern. 

Gemeinderat will Lösung für Senioren

Vor dem Glonner Marienheim: Ampel statt Tempo 30

Das Tempo-30-Limit auf der Staatsstraße 2079 vor dem Glonner Marienheim kommt nicht. Dafür soll jetzt eine Ampel her, um die Sicherheit der Senioren zu garantieren.

Glonn – Die eine Hoffnung ist zerschlagen. Das Tempo-30-Limit auf der Staatsstraße 2079 vor dem Glonner Marienheim kommt nicht. Das teilte Bürgermeister Josef Oswald (CSU) dem Gemeinderat mit. Den Fuß vom Gaspedal werden Autofahrer zwischen Marienheim und Nahversorger Edeka künftig aber doch nehmen müssen. Denn für Sicherheit beim Queren der Staatsstraße soll – nach Planung und gelungener Testphase – künftig eine Ampelanlage sorgen. Die kostet der Marktgemeinde zwar eine Stange Geld (50 000 Euro), dennoch sprachen sich die Gemeinder einstimmig dafür aus.

Das Thema „Geschwindigkeitsbegrenzung vor dem Marienheim“ hat eine längere Geschichte. Bereits 2016 stimmte der Marktgemeinderat einem Antrag der CSU- Fraktion auf ein Tempolimit von 30 km/h vor dem Marienheim einstimmig zu. Hintergrund des damaligen Antrags war eine Neuregelung der Straßenverkehrsordnung, die 2016 von der Bundesregierung vorgeschlagen und im März 2017 dann im Bundesrat beschlossen worden war. Darin ist festgelegt, die Geschwindigkeit vor sozialen Einrichtungen an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen, Tempo 30 vor Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheimen sollte die Regel sein.

Knackpunkt für die Glonner Situation ist: diese Regelung gilt nur dann, wenn die soziale Einrichtung einen direkten Zugang zur Straße hat. „Den hat das Marienheim definitiv nicht“, sagte Hubert Radan, Leiter des Seniorenheims. So spricht die Rechtslage nicht für Tempo 30 am Marienheim. Dies stellten die Fachstellen der Behörden fest, die sich Anfang Mai dieses Jahres erneut dem Thema widmeten.

Wie Bürgermeister Oswald sagte, wurden bei einem Treffen der zuständigen Behörden alle Argumente nochmals erläutert und das Schutzbedürfnis konkretisiert. Um den Bewohnern des Marienheimes eine Teilnahme am öffentlichen Leben dennoch besser zu ermöglichen, stellten die Fachstellen statt Tempolimit 30 ersatzweise die Genehmigung zu einer Ampelanlage in Aussicht.

Die Gemeinderäte zeigten sich in der Diskussion verwundert und auch unzufrieden über die Tempo-30 Ablehnung, zumal eine solche Lösung in anderen oberbayerischen Gemeinden genehmigt worden sei. Dennoch entwickelte sich Konsens, die in Aussicht gestellte Genehmigung einer Ampel-Variante zu nutzen. Zudem wurde angeregt, eine Verlängerung des bestehenden Geh-und Radweges von Wetterling kommend bis zur geplanten Ampel zu prüfen. Um diese Radwegverlängerung zu realisieren, muss zuvor aber geprüft werden, ob die notwendigen Grundstücke zur Verfügung stehen.

Heimleiter Radan unterstrich gegenüber der EZ das Schutzbedürfnis seiner 180 Heimbewohner. „Die riesigen landwirtschaftlichen Gefährte, die am Marienheim auf dem Weg zu Biogasanlagen mit hoher Geschwindigkeit vorbeidonnern, und auch Lkw flößen den alten Menschen Angst ein, die spazieren oder einkaufen gehen wollen.“ Radan zeigte sich zuversichtlich, dass die Ampel-Idee umgesetzt wird. „Die Kosten dafür sind aber Sache der Gemeinde“, betonte der Heimleiter.

„Alte Menschen sind keine Hochleistungssportler“, betont Bürgermeister Oswald. Er sorgt sich um die Heimbewohner, die mitten im rollenden Verkehr der Staatsstraße versuchen, die Straßenseite zu wechseln und zeigte sich ebenfalls zuversichtlich, dass die Ampel kommen wird. „Das wird was, auch wenn es ein Spezialfall ist.“ Für den Probebetrieb will sich der Bürgermeister die Ampeln erst mal ausleihen.

Susann Niedermaier

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