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Emma Eckert (li.) und Johanna Schwarzer mit den „Insassen des Glonner Gefängnisses“.

Funktionsbau ärgert Anwohner

Willkommen im „Glonner Knast“

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Funktionsbauten sind nicht unbedingt bekannt dafür, optische Glanzpunkte zu sein. Sie folgen eher dem Prinzip quadratisch, praktisch, gut. Wobei letzteres häufig in Frage gestellt werden darf. Wie in Glonn.

Glonn – Dort hat der Fortschritt ein „Geschmacks-Opfer“ gefordert. „Auf einen der schönsten Rastplätze, die wir in Glonn haben, haben’s des Ding draufgebaut“, beklagt Georg Kurz. Seine Kritik gilt dem Bauwerk, das die Deutsche Glasfaser gegenüber des Eingangs zum ASV-Stadion platziert hat und von dem aus die Marktgemeinde in Kürze mit schnellem Internet verbunden werden soll. „Das sieht aus wie ein Knast“, ärgert sich Kurz. Zudem habe man „diesen hässlichen Verteilerkasten“ dort hingebaut, „ohne vorher die Anwohner zu informieren“. Seiner Meinung nach wurde das Ortsbild so verschandelt. „Das war ein Platz, an dem die Festzüge immer Halt gemacht haben. Ein Feldkreuz, Birken daneben. Und jetzt steht dieser Klotz da.“

Auch die beiden Cousinen Emma Eckert und Johanna Schwarzer haben sich nach eigenem Bekunden fürchterlich geärgert. Wurde der Bau doch ihrer Oma quasi vor die Haustüre gesetzt. Die Teenager wollten nicht tatenlos zusehen, wie dort Fakten geschaffen wurden. Kurzerhand planten sie eine „Verschönerungsaktion“. Nach dem Motto, dass zu einem „Knast“ auch die entsprechenden Bewohner gehören, ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf und verhalfen dem „Glonner Knast“ zu passenden Bewohnern. Die beiden Schülerinnen gestalteten aus Pappe und Farbe einige Panzerknacker. Damit sorgten sie zwar nicht dafür, dass das Häuschen ansehnlicher wurde. Aber für den einen oder anderen Schmunzler war die Aktion allemal gut.

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