Bald hat er es wieder mit lebenden Kunden zu tun: Friseur Georg Empl aus Glonn.
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Bald hat er es wieder mit lebenden Kunden zu tun: Friseur Georg Empl aus Glonn.

Vorbereitung auf Geschäftsöffnung am 1. März

Glonner Friseur: „Wir werden überrannt“

  • Michael Acker
    vonMichael Acker
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Nach Wochen des Lockdowns können die Friseurgeschäfte im Landkreis Ebersberg ab 1. März, wieder öffnen. Auf sie warten anstrengende Wochen, die Liste der Kunden, die sich bereits angemeldet haben, ist lang.

Glonn - „Wir werden überrannt“, sagt der Glonner Friseur Georg Empl. So etwas habe er in seinem 45-jährigen Berufsleben noch nicht erlebt. Die Terminanfragen kämen über alle Kanäle – Telefon, E-Mail, Facebook, WhatsApp. „Sogar das gute alte Faxgerät spuckt etwas aus“, sagt Empl.

Die Friseure müssen sich an eine ganze Latte von Hygienevorschriften halten. Pro Kunde müssen zehn Quadratmeter Platz zur Verfügung stehen, für Mitarbeiter und Kunde zusammen 20 Quadratmeter. Das bereitet vor allem kleineren Läden Probleme, weil sie nur wenige Kunden gleichzeitig bedienen können. Empl hat es da einfacher, er betreibt in Glonn drei Geschäfte. Sein Ziel: In den ersten Wochen nach dem Lockdown pro Tag insgesamt 100 Kunden zu einer neuen Frisur zu verhelfen. Das gehe natürlich nur, wenn das ganze Team voll mitziehe. Doch da ist sich Empl sicher: Auf seine rund 30 Mitarbeiter kann er sich verlassen. Bis Ostern werde man an sechs Tagen pro Woche offen haben, um den Ansturm überhaupt bewältigen zu können.

Empl ist froh, wenn es endlich wieder losgeht – auch weil dann Schluss sei mit der Schwarzarbeit in irgendwelchen Kellern, wo keine Hygienebestimmungen eingehalten würden.

Bei aller Freude habe er aber die nicht vergessen, die ihre Läden weiterhin geschlossen halten müssten: Einzelhandel, Gastronomie, Fitnessstudios und viele andere. „Es ist brutal hart, was manche gerade durchmachen“, sagt der Glonner. Auch in seiner Branche würden wohl nicht alle die Corona-Pandemie überstehen, da ist er sich ziemlich sicher. Wie seine Innung rechnet der Friseur, dass 20 Prozent der Geschäfte nach der Pandemie nicht mehr da sein werden. „Manche werden es leider nicht schaffen. Das ist bitter“, sagt Empl. Er sei sehr stolz auf seinen Berufsstand gewesen, als dieser mit Demonstrationen und Petitionen Druck auf die Politik ausgeübt habe. Die Branche sei noch nie so geschlossen gewesen wie jetzt während der Pandemie.

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