Ingolstadt entlässt Walpurgis - Interims-Nachfolger steht fest

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Hurra! Für die Kinder ist die Zukunft in der Betreuungsstätte auf Schloss Zinneberg erst einmal gesichert. Die Gemeinde Glonn übernimmt die Schulden aus dem letzten Jahr: knapp 60 000 Euro. 

Betreuung: Kommune hilft aus

Zu wenige Kinder: Tagesstätte fehlt Geld

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Glonn zahlt die Misere der Betreuungsstätte „Guter Hirte“ in Zinneberg: knapp 60 000 Euro. Eltern haben 40 Kinder angemeldet, es kamen aber nur 20.   

Glonn – Kinder kosten Geld, heißt es. An dieser Weisheit sollten in Deutschland eigentlich nicht viele rütteln – spätestens nicht seit 2013: Seitdem haben Kinder ab dem ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tagesstätte.

Deshalb müssen die Kommunen tiefer in die Tasche greifen, was jüngst die Gemeinde Glonn erfahren durfte. Weil die Kindertagesstätte „Guter Hirte“, getragen vom Kloster Zinneberg, im letzten Jahr 59 804 Euro Misere machte, soll die Kommune nun einspringen. Im Gemeinderat waren nicht alle davon begeistert. Es sei eine „gewaltige Summe“, sagte Stefan Jirsak (GfG). Wieso es überhaupt zu diesem Defizit kommen konnte, fragte er.

Kindertagesstätte ist nicht Schuld

Schuld habe nicht die Kindertagesstätte, sagte Bürgermeister Josef Oswald (CSU). Anfang 2016 wurden 40 Kinder in der Einrichtung vorangemeldet – unverbindlich. Tatsächlich feste Anmeldungen waren es am Ende nur 20, doch die Tagesstätte plante bereits mit mehr Kindern. Zu wenige Kinder bedeutet, dass Land, Kommune und Eltern weniger bezahlen; das eingeplante Betreuungspersonal jedoch musste entlohnt werden. Eine Krux, wie die Gemeinderäte murrend feststellten. Keine Planungssicherheit also. Es sei den Eltern freigestellt zu schauen, wo sie einen Betreuungsplatz finden – mehrere Anmeldungen seien möglich. Das konnte Fritz Gerneth (Grüne) nicht nachvollziehen und sagte, dass ein Krippenplatz „keine Selbstverständlichkeit sei“. Außerdem komme sich der Grünen-Politiker„veräppelt“ vor, aufgrund des Defizits der Betreuungseinrichtung auf Schloss Zinneberg. Gerneth: „Ich schätze die Arbeit, aber Zinneberg ist ein teure Veranstaltung.“ Hintergrund ist auch die Kostensteigerung beim Umbau des Tagesstätten-Gebäudes, das die Gemeinde zum großen Teil mitfinanziert hatte. 900 000 Euro machte der Umbau aus, vom Freistaat kam eine halbe Million Euro Zuschuss. Ratshauschef Oswald sagte: „Es sei wesentlich günstiger als eine kommunale Betreuungsstätte neu zu bauen. Und: Fachlich sei die Zusammenarbeit mit der Einrichtung in Zinneberg sehr gut.

Kritik an Grünen-Politiker

Renate Glaser und Martin Podehl (beide SPD/KommA) sehen den Träger ebenso positiv und wollen das Vertrauen nicht gefährden. Misswirtschaft werde aus ihrer Sicht nicht betrieben. Podehl griff Fritz Gerneth an: Eltern suchen das Beste für ihr Kind, das sei verständlich. Und: Es gibt einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Für 2017 schließt die Einrichtung ein Defizit übrigens aus, es gibt aktuell 39 Kinder.

Das Gremium stimmte am Ende geschlossen für den Kostenausgleich.

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