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Tragisches Schicksal

Umsonst integriert: Asylantrag von Familie wird abgelehnt

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Glonn - Er arbeitet gut, hat Deutsch gelernt, seine beiden Kinder sind in Deutschland zur Welt gekommen. Und trotzdem darf Dramane Diarra nicht hier bleiben.

„Der Antragssteller wird aufgefordert, die Bundesrepublik Deutschland innerhalb von 30 Tagen zu verlassen.“ Hinter der spröden Formulierung steckt jedes Mal ein Schicksal, so wie das der Familie Diarra: Der Antragssteller, das ist Dramane Diarra (32) mit seiner Frau Djeneba (27) und den Kindern Lehla (3) und Mohamed (2 Monate). Die Asylanträge der Familie wurden nun, drei Jahre nach ihrer Ankunft in Deutschland im Jahr 2012, abgelehnt. Das Schreiben für Djeneba kam am 21. Dezember, das für Dramane am 29. Dezember 2015.

Die Familie, die aus Mali stammt, lebte sich gut ein in der Zeit, in der sie auf die Bearbeitung ihres Antrags warten musste. In Kirchseeon wohnt sie zurzeit in einer kleinen Wohnung. Dramane ist im Glonner Autohaus Maier als Mechaniker angestellt, verdient Geld, zahlt Steuern. Seine Frau macht eine Schulung zur Altenhelferin. Beide Kinder sind in Deutschland geboren. Tochter Lehla, die in München auf die Welt kam, besuchte erst eine Krippe und jetzt den Kindergarten. „Sie kann besser Deutsch als Französisch (Amtssprache in Mali, Anm. d. Red)“, sagt der Vater. Im November wurde Sohn Mohamed im Krankenhaus Ebersberg geboren.

Aus Mali sei der Mechaniker im Alter von neun Jahren mit seiner Mutter nach Libyen geflohen, erzählt er, nachdem sein Vater, ebenfalls Mechaniker, bei Plünderungen rund um den Militärputsch von 1991 getötet worden war.

In Libyen lernte er seine Frau kennen, die zwar malische Staatsbürgerin ist, selbst aber noch nie in dem Heimatland ihrer Eltern war. Die beiden lebten zusammen, Dramane fand Arbeit als Mechaniker. Bis in einer Nacht 2011 uniformierte Unbekannte in die gemeinsame Wohnung eingedrungen seien, Dramane zusammengeschlagen und seine Frau mehrfach vergewaltigt hätten, erzählt der 32-Jährige. Er habe dabei zusehen müssen. Dann habe man die beiden, so wie sie waren, auf ein wartendes Flüchtlingsschiff verfrachtet, das sie, eng zusammengepfercht mit vielen anderen, außer Landes gebracht habe. Gelandet seien die Diarras schließlich in Italien. Dramane konnte dort keine Arbeit finden, weshalb seine Frau und er nach Deutschland weiterreisten. Nach einem Jahr bekam er eine Arbeitserlaubnis, half zum Beispiel auf einem Bauernhof aus, besuchte gleichzeitig Deutschkurse - wie auch Djeneba.

Seit September 2014 arbeitet er nun beim Autohaus Maier, pendelt täglich mit dem Bus dorthin. Die Mitarbeiter dort sind fassungslos über den Ablehnungsbescheid. „Er hat sich so gut integriert und wir haben super zusammengearbeitet“, sagt Dramanes Kollege Georg Daxner, der sich mit Dramane mal auf Hochdeutsch, mal auf Bayerisch verständigt.

Geschäftsführer Joachim Stefer ist entsetzt: „Wir sind alle sehr bestürzt, auch darüber, dass der Bescheid so kurz vor Weihnachten zugestellt wurde.“ Er unterstützt Dramane dabei, den Beschluss gerichtlich anzufechten. Dafür hat der Malier nur noch bis zum 4. Januar Zeit, eine knapp bemessene Frist.

Die Anwaltskosten von 500 Euro bis dahin aufzubringen, wäre ihm unmöglich gewesen. Zurück nach Mali oder Libyen will er aber keinesfalls. Angesichts der Unruhen und des Bürgerkriegs fürchtet er um die Sicherheit seiner Familie.

Das Autohaus springt nun für ihn in die Bresche, bezahlt die Anwaltskosten. Nicht ohne Eigennutz, denn die Firma will Dramane unbedingt als Mitarbeiter halten, sagt Geschäftsführer Stefer: „Das ist eine gut angelegte Weihnachtsspende.“

Josef Ametsbichler

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