Machen sich für Kinder stark (v.l.): Christine Gerneth, Chefin des Trägervereins KiJuFa, Markus Steinberger, Inhaber von Steinbergers Marktblick, und Notinsel-Initiatorin Monika Wilken. Foto: Stefan rossmann

Glonn wird Notinsel

Glonn - Über 30 Geschäfte der Marktgemeinde tun sich zusammen, um Kindern in Not Schutz zu bieten. Jetzt wurde das Projekt vorgestellt.

Nach Vaterstetten startet nun auch Glonn mit dem Projekt Notinsel. Ausgehend von der Stiftung „Hänsel+Gretel“ übernimmt in der Marktgemeinde der Förderverein KiJuFa - inzwischen seit 20 Jahren fester Bestandteil der Kinder- und Familienarbeit in Glonn - die Trägerschaft des Projekts.

Worum geht’s? Kinder erleben immer häufiger, dass der Schulweg zum Gefahrenweg wird und verschiedene schwierige Situationen zum Alltagsleben gehören. Aber: Kinder in Angst brauchen Schutz. „Kinder haben oft noch keine Strategien, sich Hilfe zu holen“, weiß Monika Wilken, selbst Mutter dreier Kinder. Zusammen mit Marion Bender hat sie das Projekt Notinsel in Glonn initiiert und durchgeführt. Dabei geht es nicht immer gleich um große, aufsehenerregende Geschichten, sondern oftmals um ein aufgeschlagenes Knie oder einen Erwachsenen, der nicht ganz pünktlich zum vereinbarten Treffpunkt erscheint. „Kinder sind in solchen Situationen hilflos“, sagt Marion Bender, Mutter eines Schulkindes. Für das Projekt konnten die beiden KiJuFa-Vorstandsfrauen nicht nur zehn weitere Frauen gewinnen, die die Notinsel ehrenamtlich auf die Füße gestellt haben, sondern auch über 30 Glonner Geschäfte gewinnen und beteiligen. Diese haben sich bereit erklärt, den Aufkleber der Notinsel in ihre Schaufenster zu kleben und damit ein Zeichen für die Kinder zu setzen: Wo wir sind, bist du sicher. Wenn du ein Problem hast und dich bedroht fühlst, darfst du hier Schutz suchen. Mit diesem einfachen Symbol zeigt der Ort, dass er für seine jüngsten Mitglieder da ist und möchte damit auch potenzielle Täter abschrecken.

„Wir sind begeistert, dass so viele Geschäfte sofort mitgemacht haben“, freut sich Christine Gerneth, Vorsitzende des KiJuFa. Die Schirmherrschaft für das Projekt in Glonn übernahm Bürgermeister Josef Oswald (CSU), mit im Boot sind aber auch der Gewerbeverband, die Schule und die Schulsozialarbeiterin. Die Notinsel-Aufkleber sind nun deutlich an fast allen Geschäften zu sehen, die Mitarbeiter des jeweiligen Geschäftes bekamen eine Handlungsanweisung, was in einem Notfall zu tun ist.

„Für uns war es selbstverständlich, bei dem Projekt mitzumachen“, erklärte Markus Steinberger, Vorsitzender des Glonner Gewerbeverbandes und selbst Vater dreier Kinder. Um auch die Kinder und die Glonner Bürger zu informieren, veranstaltet der KiJuFa am 15. April einen Kick-Off Tag in der Schule. Vormittags erleben die Kinder der Grundschule mit der Präventions-Theatergruppe „Trampelmuse“ eine Aufführung, die sich dem Thema Gewaltprävention altersgerecht und spielerisch annähert. Am Nachmittag ab 15.30 Uhr findet ein offenes Treffen in der Schulaula für alle Interessierten statt, das bei Kaffee und Kuchen und einem Gewinnspiel einlädt, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Beginnend mit diesem Jahr erhalten dann die Vorschulkinder der Kindergärten ein Selbstsicherheitstraining, das die nachhaltige Etablierung des Projekts unterstützen soll. Dafür konnte der KiJuFa Cornelia Korreng gewinnen, die über eine zwanzigjährige Erfahrung als Sozialpädagogin in diesem Bereich verfügt. Finanziell unterstützt wird das vom Lions Club München-Keferloh, der Sparkassenstiftung, dem Projekt Grass21 und Landrat Robert Niedergesäß, der die Notinsel in Vaterstetten maßgeblich eingeführt hat.

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