Die Glonner Bürgermedaille aus der Hand von Rathauschef Josef Oswald (Mitte) erhielten Florian Hansig (links) und Monika Faßrainer (rechts). Die beiden haben sich auf sehr unterschiedliche Weise für das Gemeinwohl engagiert. Foto: sro

Zwei, die sich engagieren

Glonn - Beim Neujahrsempfang in Glonn werden traditionsgemäß Bürger geehrt, die sich in besonderer Weise für das Gemeinwohl engagieren.

„Sie tragen dazu bei, dass unsere Marktgemeinde lebens-und liebenswert bleibt“, sagte Bürgermeister Josef Oswald in seiner Laudatio.

Mit der Glonner Bürgermedaille wurden heuer zwei sehr unterschiedliche Persönlichkeiten geehrt: Monika Faßrainer, die bis Jahresende die Gemeindebücherei leitete, und Florian Hansig, der die Initiative zur Sanierung der kleinen Anderl-Kapelle im Ortsteil Westerndorf ergriff.

Die Anderl-Kapelle gehört zum Anderl-Hof, deren heutigen Eigentümer die Familie Hansig ist. Das Gnadenbild „Maria von der Tann“ in der Kapelle, mit dem brennenden Wien, erinnert an das Notjahr 1683, als die Hauptstadt von den Türken zum zweiten Mal belagert wurde.

In den folgenden Jahrhunderten schmückten über 40 Votivtafeln das hübsche Kirchlein am Weg nach Sonnenhausen. Bereits zwei Mal, 1931 und 1980, wurde die Kapelle restauriert. Als 2014 ein Lastwagen das Gebäude rammte, ergriff Florian Hansig die Initiative zur erneuten Sanierung. Unterstützt wurde er vom Westerndorfer Benno Singer und anderen Freiwilligen.

Hervorzuheben sei die professionelle Arbeit der Kirchenmalerin Kathi Spiel, die den Innenraum in den ursprünglichen farblichen Zustand von 1856 brachte, berichtete Oswald.

Der Westerndorfer Glaser Paul Sudoma verglaste dazu drei Fenster im Stil des nördlichen farbigen Schmuckfensters neu.

Neben dem Kapellenbau wurde auch das gesamte Umfeld der Kapelle saniert, so dass diese nun ein Glanzstück von Westerndorf ist und vor Schädigungen der nächsten Jahre besser geschützt ist. Mit der Sanierung der „Anderl-Kapelle“, der eine religiöse wie volkskundliche und geschichtliche Bedeutung zukommt, habe Florian Hansig ein lebendiges Zeugnis der Volksfrömmigkeit erhalten. Oswald: „Ich sehe die heutige Auszeichnung auch als Anreiz für weitere Projekte.“

Monika Faßrainer kennt nahezu jeder Glonner. Entweder als unermüdliche Radlerin, die bei Wind und Wetter den steilen Berg zu ihrem Wohnort Wetterling hochfährt, oder als die „Grande Dame“ der Glonner Bücherei. Die Glonner Bücherei wurde 1923 als Pfarrbücherei gegründet und wird seit Anfang der 70er Jahre als gemeinsame Bücherei der Pfarrei und der politischen Gemeinde geführt.

Monika Faßrainer war in der Bücherei 30 Jahre aktiv und hatte von 1995 Ende 2015 die Leitung der Bücherei inne. „Es ist kein Wunder, dass jeder bei dem Namen Glonner Bücherei dein Bild im Kopf hat“, sagte Oswald. Die Institution hat sich sehr gut entwickelt, in den Jahren ihrer Büchereileitung haben sich die Ausleihen mehr als verdoppelt. Darauf könne das gesamte Büchereiteam, aber ganz besonders sie, sehr stolz sein, so Oswald.

Mit ihrer erfahrenen Vorausschau und ihrem Elan hat Monika Faßrainer 2014 die „Onleihe“ eingeführt, sodass Glonner Leser auf ein noch umfangreicheres Leseangebot nutzen können.

Nach ihrem Entschluss, die Büchereileitung abzugeben, hat Monika Faßrainer sich auch noch um eine kompetente Nachfolgerin gekümmert.

Das Engagement von Monika Faßrainer sei, so lobte Bürgermeister Oswald, ein Musterbeispiel für das Sprichwort „In dir muss brennen, was Du in anderen entzünden willst."

Von Christine Gerneth

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