Engstelle in der Grafinger Brandstraße: Derzeit wird hier der Verkehr für den Bau der Ostumfahrung abgewickelt. Foto: sro

Anwohner sorgen sich um Sicherheit

Brandstraße ist brandgefährlich

Grafing - Beim Bau der Grafinger Ostumfahrung gibt es ein Problem: Der Baustellenverkehr läuft über die Brandstraße - und darunter leidet die Sicherheit.

„Die Kinder, die da zur Schule gehen, haben null Chance auszuweichen.“ Heinz Lampl (72) ist Anlieger der Brandstraße in Grafing. Der derzeitige Baustellenverkehr für die Ostumfahrung, der über dieses Nadelöhr abgewickelt wird, macht ihm Sorgen. Die Laster stellten eine Gefahr für die Fußgänger und Radfahrer dar. „Das ist für alle ein Riesenproblem“, sagt der Rentner. „Die kommen nicht aneinander vorbei.“

Im Osten von Grafing wurde mit den vorbereitenden Arbeiten für die künftige Umfahrung des Ortes begonnen. Die Gefahr, die vom Baustellenverkehr für Fußgänger und Radfahrer ausgehe, sei nicht zu tolerieren, sagt Lampl. Die Verwaltung der Stadt Grafing kennt das Problem. Aber: „Wir haben keine Alternative“, sagt Markus Weißmüller von der Stadt. Er hofft, dass sich die Lastwagenfahrer ihrer Verantwortung bewusst sind.

Zu eng: Unfälle an der Brandstraße seien programmiert

„Die Straße ist auf 50 Metern nur 4,20 Meter breit“, warnt Lampl. Wenn sich Fußgängerverkehr und Lastwagen an dem Nadelöhr in der Brandstraße begegnen würden, seien Unfälle unvermeidlich. „Da werde ich mit allen Mitteln dagegen vorgehen“, kündigt der Anlieger an.

Jetzt fand ein Ortstermin statt, an dem Polizei und Verwaltung die Lage begutachteten. Weißmüller räumt ein, dass die derzeitige Situation „nicht optimal“ ist. Er verweist aber darauf, dass es sich um zeitlich begrenzte Arbeiten handelt, die im Rahmen der Errichtung eines dortigen Brückenbauwerks notwendig wurden.

„Der eigentliche Baustellenverkehr für die Ostumfahrung wird auf einer Baustellenstraße abgewickelt“, kündigt Weißmüller an. Derzeit würden die Laster Kies für die Fundamente der Brücke anliefern.

Beschädigt der Baustellenverkehr die Fahrbahn?

„Die Brandstraße ist nicht dafür ausgelegt, diesen Verkehr aufzunehmen“, warnt hingegen Lampl. Außerdem werde die Straße beschädigt, ist der Anlieger in Sorge. Im Hintergrund steht dabei die Frage, wer für die anschließend vielleicht anfallende Sanierung der Brandstraße aufkommen muss. Das ist laut Weißmüller erst im Rahmen der neuen Straßenausbaubeitragssatzung zu klären.

Lampl ist im Rathaus vorstellig geworden, hat sich schriftlich zu Wort gemeldet und ist mit der Reaktion der Verwaltung nicht zufrieden. Weißmüller sagt: „Die Bauarbeiten haben begonnen und werden sich nicht über Monate hinwegziehen.“ Lampl und die Anlieger sind der Ansicht, dass die Stadt „genügend Zeit hatte, sich über die Verkehrsführung der Baustellenfahrzeuge Gedanken zu machen“.

Von Michael Seeholzer

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