Botschafter a.D. Hermann Huber, hier bei einem früheren Empfang der Stadt Grafing mit seiner Frau Jaqueline, wurde zum Ehrenbürger ernannt. Die Feier fand in kleinem Rahmen statt. Foto: Stefan Rossmann

Grafing hat einen neuen Ehrenbürger

Grafing - Bürgermeisterin Angelika Obermayr hat die höchste Auszeichnung der Stadt an den früheren Botschafter Hermann Huber verliehen.

Nach Adalbert Mischlewski, dem Vater der Städtepartnerschaft mit St. Marcellin, hat die Stadt Grafing einen weiteren Ehrenbürger: Bürgermeisterin Angelika Obermayr verlieh den Titel jetzt an den früheren Botschafter Hermann Huber (85), der als Diplomat in Prag tätig war, als der Eiserne Vorhang fiel.

Die Rathauschefin betonte bei dem Termin, der mit Rücksicht auf den Gesundheitszustand Hubers nur in sehr kleinem Rahmen stattfand, dass die Ehrenbürgerwürde die höchste Auszeichnung der Stadt sei. „Wir verleihen Ihnen die Auszeichnung, weil Sie das Wohl unserer Stadt und das Ansehen unserer Stadt gemehrt haben und wir Grafinger sehr stolz darauf sind, dass Sie einer von uns sind. Sie haben mit Ihrer Bereitschaft, erst Tausende von Flüchtlingen zu versorgen und ihnen dann ihre Ausreise zu ermöglichen, maßgeblich zur Erosion des alten Ost-West-Gefüges, zum Fall der Mauer, beigetragen. Sie haben nicht nur zum Wohl von uns Grafingern, sondern Sie haben zum Wohl aller Deutschen und Europäer beigetragen.“ Man habe den Rahmen einer kleinen, feinen Feier gewählt - weil das wohl genau der „diplomatischen Seele“ des Geehrten entspreche. Stets ruhig - im Hintergrund zu agieren - ruhig, aber wirkungsvoll, das sei immer die Art Hubers gewesen.

„Vielleicht sollten wir Politiker uns manchmal dieser Tugenden des leisen Tuns erinnern. Vielleicht sollten wir Politiker aber auch dankbar über diese Arbeitsteilung sein, denn Sie haben es spannender gefunden, einer Regierung zu dienen und sie zu vertreten - egal welche Zusammenstellung sie hat“, sagte Obermayr. Huber habe das Wesen eines guten Beamten definiert. Eine Arbeitsteilung, die den Ruhm demjenigen überlasse, der sich gerne vorne hinstelle. „So wie dem damaligen Bundesaußenminister Genscher, der am 30. September mehreren Tausend Botschaftsflüchtlingen in Prag die Ausreise verkündete und damit die erste Tür in der Mauer zwischen Ost und West öffnete. Huber stand damals auf dem Balkon der Botschaft an der Seite Genschers.

Nach seinem Jurastudium hatte sich Huber als einer der ersten Bundesrepublikaner in den harten Aufnahmebedingungen des Auswärtigen Amtes durchgesetzt und die Diplomatenlaufbahn eingeschlagen. Seine Stationen führten ihn über das Saar-Referat, nach Zürich, Reykjavík, Rom, den Kongo, Bonn, Prag, Mexiko, Moskau, wieder nach Prag und Madrid.

An der kleinen Feier nahmen außer Obermayr noch deren Stellvertreter Josef Rothmoser, Josef Wieser sowie der Landtagsabgeordnete Thomas Huber sowie die Familie des Geehrten teil. Die Verleihung der Ehrenbürgerwürde wurde vom Stadtrat Ende Januar beschlossen.

Michael Acker

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