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Gustl, der Grafinger Stadthahn in Aktion.

Das etwas andere Interview mit einem Stadthahn

„Ich bin gerne der Macho“

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Gustl ist Stadthahn in Grafing und ein absoluter Exot. In seinem Viertel kennt den Maran-Gockel mit schwarzorange-farbigen Federn jeder. Ein Gespräch mit dem Hahn, warum er als waschechter Macho nicht nur seine Hennen begeistert, sondern auch die Grafinger Männer.

-Gustl, du sollst ein ganz schöner Macho sein.

Gustl: Zurecht! (Kräht) Ich lebe mit sechs Hennen unter einem Dach. Mir bleibt nichts anderes übrig. Ich bin gerne der Macho. Und den Damen gefällt das. Abends will jede immer neben mir im Bett sitzen.

-Sag bloß.

Die fangen regelmäßig neben mir zu streiten und wie wild zu plärren an. Ich schlichte meistens und biete an, dass am nächsten Tag die Damen neben mir schlafen dürfen, die schon länger nicht mehr mein fettes Federkleid schnuppern durften.

-Oh, ein Gentleman also?

Natürlich. Als Hahn im Korb muss ich das sein. Ich bin schließlich erst seit einem Jahr hier in Grafing. Viele Nachbarskinder besuchen mich, da muss ich mich von meiner besten Seite zeigen. Ich erkläre ihnen dann immer, woher die Eier kommen. Ich sehe mich aber auch als Bodyguard.

-Will dir oder deinen Hennen etwa jemand an den Kragen?

Ich hoffe nicht! Passieren kann das aber. Wir haben einen riesigen Garten, mehr als 1800 Quadratmeter ist der groß, ganz in der Nähe vom Waldfriedhof. Hier laufen wilde Tiere durch. Und Greifvögel gibt es auch, die gefährlich werden könnten. Ich versuche meine Hennen zu beschützen. Ich krähe dann so laut es geht und haue dem Angreifer meine kräftigen Flügel ins Gesicht. Schau mal wie kräftig die sind! (Flattert wie wild, siehe Bild)

-Beeindruckend! Gibt es sonst noch etwas, auf das du richtig stolz bist?

Auf jeden Fall. Auf meinen Gockel-Gang. Den kann ich in meinem Haus und im Garten fast täglich üben, weil es genug Platz gibt. Andere Gockel und vor allem Hennen haben da mehr Pech. Vor allem die, die auf engstem Raum ohne Fenster eingesperrt sind. Die tun mir sehr leid.

-Und dein Gockel-Gang kommt gut an?

Ziemlich gut sogar. Meine Hennen finden es richtig scharf, wenn ich beim Stolzieren mit meinen grünschimmernden Schwanzfedern wackle. Ach, übrigens finden das auch einige Männer aus Grafing gut, wie ich bereits feststellen konnte.

-Wie das?

Na ja, einige der Jungs gehen immer an unserem Garten vorbei und versuchen dann genauso zu stolzieren wie ich. Die schauen sich meinen Gang ab, um bei den Menschenmädels Eindruck zu schinden. Da bin ich mir ganz sicher. Aber das gefällt mir. Die wollen auch Machos sein! (Kräht sehr männlich)

Das Gespräch führte: Christoph Hollender

Übersetzt von Gockelexpertin: Irmgard Tomaschko (Besitzerin des Hahns)

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