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Die Organisatoren (v.l.): Axel Kajnath, Ruza Haluzan und Hermann Schlicker. Foto: Sro

Grafing - Lange Nacht der Kirchen „ins Ohr geblasen“

Grafing - Es gibt die lange Nacht der Museen in Wien, die lange Nacht der Wissenschaften in Berlin, die lange Nacht der Musik in München. Nächstes Wochenende reiht sich auch noch Grafing ein.

„Die lange Nacht der Kirchen“ wird am Freitag, 8. Oktober, ab 19 Uhr ihre Premiere feiern. Mit im Boot sitzen die evangelische und die katholische Kirche sowie die Adventistengemeinde. „Die Besucher dürfen sich auf ein buntes Programm gefasst machen“, kündigt Pfarrer Axel Kajnath stolz an.

200 Akteure sollen ab 18 Uhr dafür sorgen, dass „die Vielfalt des kirchlichen Lebens widergespiegelt wird“, so Kajnath. Dabei nimmt die Ökumene einen zentralen Platz ein. Der evangelische Kirchenchor wird in der Pfarrkirche singen, die Frauen der Adventistengemeinde spielen biblische Frauen in der evangelischen Kirche nach. Kurzfilme über das Gottesbild im modernen Film, Lichtinstallationen, Improvisationstheater, Vorträge über das neue Rosenkranzgebet oder interreligiöse Lesungen. Von Jung bis Alt, von religiös bis atheistisch: Für alle soll etwas dabei sein.

Angestoßen wurde das Unterfangen vom katholischen Pfarrer Hermann Schlicker. „Vor einem Jahr wurde ich zur langen Nacht der Kirchen in Bad Reichenhall eingeladen. Das hat mich inspiriert“, so Schlicker, der einige Jahre dort als Kaplan und Militärprediger tätig war. Daraufhin habe er seinen Kollegen in Grafing die Idee einer eigenen langen Nacht „ins Ohr geblasen“. Mit Erfolg.

Interkonfessionell war die Begeisterung sofort groß, im März dieses Jahres fand das erste Organisationstreffen statt. Schlicker, Kajnath, Ruza Haluzan und Pfarrgemeinderat Hans Rombeck trafen sich seitdem immer wieder, arbeiteten gemeinsam ein Programm aus und übernahmen die Planung. Ohne Hilfe von „Außen“ hätte es aber nicht funktioniert. Zum Beispiel in Punkto Flyer. „Meine Sekretärin meinte, der muss professionell aussehen, sonst wird das nichts“, so Schlicker. Daraufhin hat sich eine angehende Grafikdesignerin, zufällig die Freundin eines Gemeindemitglieds, der Sache angenommen.

Und genau dieses familiäre Verhältnis zwischen den einzelnen Mitgliedern und über die Glaubensgrenzen hinweg soll das Geheimrezept der langen Nacht sein.

„Ob jetzt das Kürzel kath., evang. oder advent. davor steht, haben wir nicht geschaut“, meint Hans Rombeck. „Wie bei der richtigen Integration halt auch.“ Jedoch sind nicht alle religiösen Gemeinden mit dabei, wie etwa die neuapostolische Kirche in Grafing-Bahnhof. Aus pragmatischen Gründen. „Sobald man mit dem Auto fahren muss, ist das Flair dahin“, argumentiert Schlicker. So hätte es auch die Neuapostolische Kirche gesehen.

„Ob es trotz der Bemühungen ein Rohrkrepierer wird, werden wir schon sehen“, so der katholische Pfarrer optimistisch.

Von Patrick Wehner

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