„Clever Money“ heißt der Account von Silvia Kühn aus Grafing, den sie regelmäßig bespielt. Foto: PRivat
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„Clever Money“ heißt der Account von Silvia Kühn aus Grafing, den sie regelmäßig bespielt.

Inflation, Aktienfonds und Derivate

YouTube-Videos und Podcast: 15-jährige Grafingerin erklärt die Welt der Finanzen

„Clever Money“: Mit diesem Kanal will die junge Influencerin gleichaltrige Zuschauer erreichen. Auch mit wenig Geld, gebe es viele Möglichkeiten, sagt sie.

Grafing – Silvia Kühn aus Grafing ist eine Influencerin der besonderen Art. Sie präsentiert keine Schmink-Tutorials oder Diättipps, sondern erklärt ihren Zuschauern und Zuhörern alles rund um das Thema Finanzen. Das Besondere: Silvia ist gerade mal 15 Jahre alt.

„Das grundlegende Interesse an dem Thema habe ich wahrscheinlich von meinen Eltern, die Finanzberater sind“, sagt das Mädchen. Die Idee, komplizierte Finanzthemen in einfacher Sprache auf den Social-Media-Kanälen zu erklären, kam ihr beim „Social Day“ der Schule. Da verbrachte die Grafingerin einen Tag in der Arbeit ihrer Eltern. Sie stellte dort fest, dass es Vieles gibt, was auch junge Leute schon über Geld wissen sollten. Diese Themen im Social-Media-Bereich zu beleuchten und zu verbreiten, war Silvias Grundkonzept.

Wegen des Coronavirus: weniger Stress in Schule, mehr Zeit für Videos und Podcast

Wegen des Alltagsstresses schob sie die Videoidee allerdings erst einmal beiseite. Als dann wegen der corona-bedingten Situation der Schulstress abfiel, ging sie das Thema erneut an. Zusammen mit ihren Eltern fasste sie Themen wie Geldanlagemöglichkeiten, Inflation oder Aktienfonds möglichst verständlich zusammen. Mitte Mai erschienen dann ihre ersten etwa vier minütigen Videos auf den Websites YouTube und Instagram. Unter dem Account „Clever Money“ beschreibt sie lächelnd, was sich hinter all den Fachbegriffen der Finanzwelt versteckt.

Zunächst veröffentlichte sie wöchentlich ein Video. Jetzt, wo die Oberstufe die 15-Jährige voll im Griff hat, schätzt sie, dass sie es auf ein Video alle zwei Wochen reduzieren werde. Und die Jugend scheint durchaus Interesse daran zu haben: Wenn im Unterricht das Thema Aktien oder Inflation behandelt wird, kämen schon immer wieder Kommentare der Mitschüler wie „Das hat Silvi ja auch schon in ihren Videos erklärt“, erzählt sie.

Auch älteres Publikum profitiert von den Videos

Aber auch älteres Publikum profitiert von ihren Videos, denkt sie. Der Vorteil sei, dass sich die Leute die Erklärungen anonym ansehen können und sie niemand als unwissend verurteile, schätzt Silvia. „So kann man sich kostenlos einen ersten Überblick verschaffen“, sagt die 15-Jährige.

So kann man sich kostenlos einen ersten Überblick verschaffen.

Silvia Kühn, 15.

Wenn dann komplizierteres zu klären sei, kämen dann die Finanzberater, wie ihre Eltern, ins Spiel. Bei denen sei sie auch angestellt, damit die Arbeit und Zeit, die sie in die Videos investiere, nicht ganz umsonst sei. Im Gegenzug verlost sie die Bücher, die ihre Eltern geschrieben haben, und verweist in den Videos auf deren Finanzberatung.

„Clever Money“: Jetzt auch als Podcast

Um mehr Leute zu informieren, bringt Silvia mittlerweile die meistens Videos auch als Podcasts zum Anhören heraus. „Oft hat man nicht die Zeit, um ein Video anzusehen“ glaubt sie, während nebenher Zuzuhören ein geringerer Aufwand sei. Die Hörerschaft wäre außerdem größer als die Zuschauerzahlen bei Videos, vor allem weil Podcasts „mehr und mehr in“ seien, begründet sie ihre Entscheidung. Wer sich also schon immer etwas Klarheit beim Thema Finanzen verschaffen wollte, kann sich von „Clever Money“s Videos und Podcasts informieren lassen.

Von Raffael Scherer

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