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Radverkehrskonzept für Grafing: Es könnte schneller gehen, als bisher angenommen

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Von: Michael Seeholzer

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Rad-Parkplatz vor der Grafinger Stadthalle. Foto: SRO
Rad-Parkplatz vor der Grafinger Stadthalle. © SRO

Im Bauausschuss wird ein innerstädtisches Radwegekonzept vorgestellt. Beleuchtete Radwege, Parkmöglichkeiten, Querungshilfen bald in Grafing?

Grafing – „Schnell von A nach B, und das möglichst sicher“: Das soll das innerstädtische Radverkehrskonzept ermöglichen, an dem das Büro Obermeyer aus München derzeit arbeitet. Im Bauausschuss wurden dazu Einzelheiten bekannt gegeben. Das Spannende daran: Die Maßnahmen stehen und fallen mit der Marktplatzumgestaltung zum „Shared space“, also zu einem Platz, auf dem alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind.

Das könnte jedoch schneller gehen, als bisher angenommen. Jedenfalls ließ das Bauamtsleiter Josef Niedermaier durchblicken. Er meinte aber auch, dass es dabei vorübergehend „ungemütlich“ werden könnte. Die Hoheit über die Straßenplanung hat die Stadt dann, wenn einige Straßen zu Ortsstraßen herabgestuft werden. Mit der Ertüchtigung der EBE 8 über Grafing-Bahnhof und Nettelkofen weiter zum Seeschneider Kreisel und in Verbindung mit der Ostumfahrung bestünde die Möglichkeit, den Schwerverkehr ganz aus dem Marktplatz zu verbannen.

Griesstraße, Aiblinger Straße und verschiedene Abzweigungen: Fahrrad-empfindliche Orte in Grafing

Damit wäre eine wesentliche Voraussetzung geschaffen, dem Radverkehr in der Stadt mehr Raum zu geben. Denn erst mit der Herabstufung könnten zahlreiche Querungshilfen neu installiert oder bestehende so ertüchtigt werden, dass Radfahrer tatsächlich sicher von A nach B kommen.

Insgesamt stellte Alisa Picha-Rank vom Büro Obermeyer acht solche neuralgischen Punkte heraus, unter anderem in der Griesstraße, in der Aiblinger Straße an der Abzweigung zum Klausenweg, in der Münchner Straße an der Abzweigung zur Wasserburger Straße oder auch an der Stelle an der Singer-Tankstelle, wo vier Straßen aufeinandertreffen und sich viel Schülerradverkehr abspielt.

Das ist eine Frage der Attraktivität.

Alisa Picha-Rank vom Büro Obermeyer zu beleuchteten Radwegen

Radverkehrskonzept: Fahrradwege in der Nacht beleuchten?

Picha-Rank regte an, einige Fahrradwege in der Nacht zu beleuchten, wie das etwa bei einer Straßenbeleuchtung üblich ist. „Das ist eine Frage der Attraktivität“, sagte sie. Und weil Fahrräder immer teurer werden, wurde im Bauausschuss auch darüber gesprochen, dass für sie entsprechende Parkmöglichkeiten geschaffen werden müssen, „sicher und wettergeschützt“. Dass die Räder zum Beispiel vor der Stadthalle „kreuz und quer stehen“, sei nicht schön, räumte Bürgermeister Christian Bauer (CSU) ein. Grafing ist kein Schwerpunkt im Landkreis Ebersberg, was Radunfälle betrifft.

Das allerdings zum Argument zu machen, gar nichts zu tun, ist für FW-Stadtrat Christian Einhellig keine Option. „Das ist vorbeugend“, meinte er zu dem Radwegekonzept, das durchgängig sein und nirgendwo als Sackweg enden sollte, wie Picha-Rank erläuterte. Sie machte Schwerpunkte für den Ziel- und Quellverkehr für Radfahrer in der Stadt aus: das Schulzentrum, den Marktplatz, die beiden Bahnhöfe, die Stadthalle und das Gymnasium.

Stadträtin: „Der Schulweg in der Kapellenstraße ist nicht sicher“

Stadträtin Elli Huber (CSU) meinte, dass man zwar die große Lösung im Zusammenhang mit dem Marktplatz im Auge behalten müsse, es jedoch neuralgische Punkt in Grafing gebe, die eigentlich sofort nach einer Lösung verlangten. „Der Schulweg in der Kapellenstraße ist nicht sicher“, sagte sie. „Die geparkten Autos dort sind für die Kinder eine lebensgefährliche Falle.“ Die Entscheidung über die Billigung des Konzeptes wird gemeinsam mit der noch nicht vorliegenden Verkehrsuntersuchung durch den Stadtrat erfolgen.

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