Das Gerätehaus der Grafinger Feuerwehr ist in die Jahre gekommen. Ob der Standort bleibt, ist offen.
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Das Gerätehaus der Grafinger Feuerwehr ist in die Jahre gekommen. Ob der Standort bleibt, ist offen.

Mitten in der Stadt

Alt, eng, rutschig: Grafinger Feuerwehrstandort steht zur Diskussion

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Das Grafinger Feuerwehrhaus steht mitten in der Stadt - ziemlich beengt. Ob der Standort in der Zukunft erhalten bleiben kann, ist fraglich.

Grafing – Das Problem hat nicht nur die Grafinger Feuerwehr alleine im Landkreis Ebersberg: Das Gerätehaus ist in die Jahre gekommen. Aber mit einer einfachen Renovierung ist es hier wie anderswo nicht getan, und das hat bei allen Feuerwehren denselben Grund. Der ist gewissermaßen systemimmanent. Deswegen hat der Stadtrat etwas weiter ausgeholt. Wie eine Lösung aussehen könnte, soll eine Studie ergeben.

Eine Feuerwehr muss ihren Standort möglichst zentral haben. Das garantiert kurze Anfahrtswege zu allen Siedlungsteilen. Das haben auch die Generationen früher schon so gesehen, und von dieser Haltung zeugen heute noch zahlreiche kleinere Gerätehäuser mitten in den vielen Kommunen im Landkreis Ebersberg. Das Problem dabei: Die Fahrzeuge werden immer größer. Dafür können sie aber auch entsprechend mehr – zum Beispiel größere Mannschaften transportieren, mehr Wasser im Tank mitführen und auch schwereres oder wesentlich leistungsfähigeres Gerät. Das ist im Einsatzfall von entscheidender Bedeutung. Weil aber die Fahrzeuge größer werden und manchmal auch mehr, wird längerfristig der Platz zu klein.

Nicht überall steht ausreichend Erweiterungsfläche zur Verfügung. Ob eine Erweiterung in Grafing am Standort in der Bahnhofstraße überhaupt sinnvoll ist, soll jetzt eine Machbarkeitsstudie klären.

Vieles ist zu klein geworden für die immer größer werdenen Fahrzeuge

Ein aktueller Auszug aus der Mängelliste: Die Ausfahrten sind zu klein. Der Bodenbelag ist zu rutschig, was für die Einsatzkräfte selbst eine Gefahr darstellen kann, wenn’s pressiert. Die Wege der ankommenden Privatfahrzeuge und die der Einsatzfahrzeuge kreuzen sich im Ernstfall. Außerdem fehlt eine Trennung zwischen Umkleidebereich und Fahrzeughalle. „Es besteht dringender Handlungsbedarf“, hieß es dazu in der Beschlussvorlage.

Das Feuerwehrhaus entspreche nicht mehr den aktuellen Sicherheitsvorschriften und arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Die Feuerwehr selbst ist bemüht, ihre Einsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten in einer „stetig wachsenden Stadt“. Es gebe einen Zuwachs an öffentlichen Gebäuden und vor allen Dingen auch an Gewerbebauten. Das stelle die Mannschaften vor neue Herausforderungen.

Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben

Die Stadt hat in der Vergangenheit schon ein bisschen an den Bedingungen gedreht. Unter anderem wurden Parkflächen im Norden des Gebäudes erworben – insgesamt 932 Quadratmeter, wie Bürgermeister Christian Bauer (CSU) auf Nachfrage von Johannes Oswald (Grüne) informierte. In unmittelbarer Nähe und im Anschluss an das dem Gerätehaus gegenüber liegende Heimathaus ist auch eine große Fläche, die als Kinderspielplatz ein beliebter Treffpunkt ist für Mütter, Väter und ihren Nachwuchs. Weil so ein Areal Begehrlichkeiten wecken könnte, meinte Christian Kerschner-Gehrling (SPD) vorbeugend schon einmal: „Der Spielplatz ist ein Wert an und für sich, den wollen wir gerne erhalten.“ Das sieht auch Bürgermeister Bauer so: „Man wird alles dafür tun, dass er nicht angetastet wird.“

Welche Fragen die Machbarkeitstudie klären soll, formulierte Bauer so: „Erhalten, sanieren, erweitern oder Neubau.“

Insgesamt stünden an dem Standort etwa 3000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Der Beschluss pro Studie erfolgte einstimmig. Sie soll „ergebnisoffen die Standortfrage klären und eine Grundlage für die Sicherstellung des ordnungsgemäßen Betriebsablaufs der Feuerwehr Grafing darstellen.“

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