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Morgen wird’s hier voller: Festwirt Anton Kainz bei letzten Vorbereitungen im Zelt des Grafinger Grandauer-Volksfestes. 

Zehn Tage Hochstimmung in Grafing

Am Freitag beginnt das Grandauer-Volksfest

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Am Freitag beginnt das beliebte Grandauer-Volksfest in Grafing. Dort werden auch Vereinswettkämpfe der besonderen Art veranstaltet.

Grafing – Beim Dirndldrahn bleibt eine sittsame Trachtlerin sauber in der Vertikalen. Mit aufrechter Körperhaltung dreht sie sich auf dem Tanzboden um die eigene Achse, bis sich der Rock der Tänzerin hebt und zum Schluss fast waagrecht in der Luft liegt. Beim Dirndl- und Burschendrahn auf dem Grandauer Volksfest ist das anders. Da müssen beide in die Horizontale. Hört sich unanständig an, ist aber anständig lustig. Worum geht es hier eigentlich?

Ganz einfach: Es geht um die Vereinswettkämpfe auf dem Grandauer Volksfest, das vom Freitag, 4. Mai, bis zum Dienstag, 15. Mai, auf dem Festplatz an der Jahnstraße in Grafing stattfindet. Diese Wettkämpfe finden am ersten Volksfestsonntag, nämlich am 6. Mai ab 14 Uhr statt. Und eine Disziplin besteht darin, sich möglichst lange auf einem Holzstamm zu halten, auf dem man sich eben in der Horizontalen festklammern muss, während andere diesen Stamm über eine Kurbel nach Leibeskräften drehen. Wer in einer bestimmten Zeit die meisten Umdrehungen schafft, ohne runterzufallen, hat gewonnen. „Es können sich noch Mannschaften melden“, sagt Festwirt Anton Kainz.

Bis zu 16 Teams, so hat er geplant, können insgesamt mitmachen. Und wer die meisten Vereinsmitglieder mitbringt, hat in jedem Fall schon gewonnen – zwar nicht den Hauptpreis, aber den „Meistpreis“. Und der besteht aus einem Pokal. „Dazu gibt es 20 Liter Freibier“, kündigt der junge Bräu der Brauerei Wildbräu, Gregor Schlederer an.

Die Vereine treten in fünf Disziplinen gegeneinander an. Im Burschen- und Dirndldrahn – so wie eben beschrieben – und darüber hinaus auch noch im Schießen an einem Schießbudenstand, im Biertraglquerstapeln vor dem Festzelt oder auch im Wettsägen. Aber nicht mit der Motorsäge, sondern mit der klassischen Wiegensäge. Und obwohl der Baumstamm, von dem dabei jeweils eine Scheibe abgeschnitten werden muss, nur 25 Zentimeter Durchmesser misst, kommt es dabei doch auf die richtige Technik an – ziehen und nicht schieben lautet die Devise. Zu den Wettkampfdisziplinen gehört auch das Maßkrugstemmen, was insofern ganz hilfreich ist, weil es den Besuchern doch vor Augen führt, wie schwer eine einzige Maß Bier werden kann, wenn man sie nur lange genug am ausgestreckten Arm vor sich herhält. Ein gelungenes Beispiel für vorsichtigen Umgang mit dem Alkohol, könnte man an dieser Stelle philosophieren.

Damit sich Burschen und Dirndln auch nach Kräften ins Zeug legen, haben Festwirt Anton Kainz und Bräu Gregor Schlederer attraktive Preise ausgesetzt. Das beste Team wird an einem Abend ab 19 Uhr an zwei Tischen „komplett zechfrei gehalten, bis es aus ist“, kündigt Kainz an. Das geht ins Geld. Kainz kann sich daran erinnern, dass eine Siegermannschaft an einem solchen Abend einmal 100 Maß Bier konsumiert hat. Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass es Freibier war, kann es jedoch bei einer solchen Menge sicher nicht von minderer Qualität gewesen sein. Das Festbier heuer soll etwas leichter, aber doch nicht weniger würzig sein, hat Braumeister Jan Opper bei der Bierprobe im Heckerkeller versprochen. Testen kann das übrigens die zweitbeste Mannschaft der Vereinswettbewerbe, denn auf sie warten als Preis 30 Liter Grandauer Bier. 3. Preis ist eine Brotzeit für 15 Personen, sagt Festwirt Kainz, und er braucht dazu nicht lange überlegen. „Das weiß ich deswegen so genau, weil den 3. Preis vom Vorjahr der Gewinner erst dieser Tage bei mir abgeholt hat.“ Kein Vereinswettkampf, aber nicht weniger attraktiv ist das beliebte Schafkopfrennen, das die Ebersberger Zeitung am Samstag, 12. Mai, ab 13.30 Uhr im Festzelt durchführt. Anmeldung dazu ist an diesem Tag bereits ab 12.30 Uhr möglich.

Anmeldung zu den Vereinswettkämpfen per Email unter wettkampf@grandauer-volksfest.de

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