Mit farbenfrohem Anbau präsentiert sich das neue Grafinger Kinderhaus Am Dobelweg, das am Donnerstag seiner Bestimmung übergeben wurde.
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Mit farbenfrohem Anbau präsentiert sich das neue Grafinger Kinderhaus Am Dobelweg, das am Donnerstag seiner Bestimmung übergeben wurde.

Jetzt wurde es offiziell eingeweiht

Grafing hat ein neues Kinderhaus: Direkt am Dobelwald

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Die Stadt Grafing hat ein neues Kinderhaus - und das mitten in der Natur direkt am Dobelwald. Jetzt wurde das Haus seiner Bestimmung übergeben.

Grafing – Die Einrichtung hat bereits im September den Betrieb aufgenommen, am Donnerstag wurde die feierliche Einweihung des Kinderhauses am Dobelweg in Grafing vorgenommen – in kleinstem Kreis, wegen der Corona-Bestimmungen. Die Schützlinge merkten davon nichts: „Wir Kinderhauskinder sind da, hurra!“ sangen sie aus voller Kehle. „Wir wollen uns bedanken für dieses schöne Haus.“

Vierte Einrichtung des BRK in Grafing

„Das ist unsere vierte Einrichtung in Grafing“, erläuterte Elisabeth Seibl-Kinzlmaier das BRK-Engagement in Grafing. Die Geschäftsführerin des Roten Kreuz in Ebersberg wohnte mit Stellvertreter Christian Althoff der Zeremonie bei, die von den beiden Geistlichen Anicet Mutonkole-Muyombi und seinem evangelischen Kollegen Axel Kajnath vollzogen wurde. Sie segneten das Gebäude, das dazu beiträgt, „dass wir den Bedarf an Betreuungsplätzen sicherstellen können“, wie Bürgermeister Christian Bauer kurz Bilanz zog. Die Baustelle sei keine leichte gewesen. „Es kam immer wieder zu Verzögerungen, auch corona-bedingt“, blickte er zurück. Allerdings hat sich der Aufwand sichtlich gelohnt. „Ich hätte nicht gedacht, dass da so etwas Schönes daraus werden kann“, meinte Bauer, der beim Anblick der alten und renovierungsbedürftigen Steinmetzwerkstatt damals etwas skeptisch gewesen sei, wie er sinngemäß einräumte.

Er und Seibl-Kinzlmaier waren sich aber einig: „Das ist schön geworden.“ Ganz fertig ist das Projekt noch nicht. Für die Zeit der Einweihungsfeierlichkeit zogen sich die Bauarbeiter zurück, die derzeit die Außenanlagen aufstellen – Klettertürme, die ein bisschen an Jägerstände erinnern. Das alte Werkstattgebäude wurde kernsaniert, mit einer teilüberdachten Veranda und einem Balkon versehen. Der zweite Fluchtweg, eine Treppe aus Metallelementen, ist unter bunten Holzplanken verschwunden, die dem Gebäude farbliche Aspekte verleihen.

Nähe zum Friedhof sorgte anfangs für Kritik

Bauer erinnerte daran, dass die unmittelbare Nähe des Kinderhauses zum Friedhof in der Planungsphase für Kritik sorgte. Allerdings, so sagte er weiter, überwögen doch die Vorteile des Standortes am Dobelweg, denn der Wald als Erlebnisort für die Kinder beginnt direkt am Zaun der Einrichtung. Die Nähe zum Kinderhaus am Dobelwald, einer zweiten Einrichtung unter der Trägerschaft des BRK-Kreisverbandes, will die Leiterin des Kinderhauses am Dobelweg, Steffi Steyrer (40) für Begegnungen mit den anderen Gruppen im Wald nutzen. Die Namensähnlichkeit sorgte aber etwas für Verwirrung. „Ich war zuerst beim falschen Kindergarten“, entschuldigte Pfarrer Mutonkole-Muyombi seine kleine Verspätung. Steyrer erklärte den Besuchern, wie die zwei Gruppen zu ihren Namen kamen. Die zwölf Krippenkinder sind die „Rauperl“. „Wir haben ein Nimmersatt-Zimmer, in dem die Kinder sich rund essen können. Und danach werden sie wunderschöne Schmetterlinge“. So heißt nämlich die Gruppe der 25 Kindergartenkinder. Hier sind übrigens noch vier Plätze frei, berichtete Steyrer.

Am Ende wird das Haus zwei Millionen Euro kosten

Umbau und Neugestaltung samt energetischer Sanierung haben bisher etwa 1,6 Millionen Euro gekostet. Bauer rechnet damit, dass am Ende ein Aufwand von etwa zwei Millionen herauskommen wird. Das ist nicht so tragisch, „weil wir die höchste Förderung bekommen“.

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