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Ein Rosenheimer und ein Münchner Fahrzeug in Unterelkofen im Begegnungsverkehr. Die Straße ist momentan nur für Anlieger freigegeben. 

Alle wollen plötzlich Anlieger in Aiterndorf, Unterelkofen und Straußdorf sein

„In aller Ruhe auf einen Unfall warten“

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„Scheinbar hat es sich landesweit herumgesprochen, dass man über Unterelkofen und Aiterndorf am schnellsten Richtung Rosenheim kommt“, ärgert sich Anlieger Fritz Drechsler.

Aiterndorf – Kennzeichen wie M und RO sind keine Seltenheit mehr, selbst Lkw mit bis zu 40 Tonnen und ausländischem Kennzeichen finden den Weg, der laut Verkehrszeichen nur für Anlieger erlaubt ist“, ärgert sich Drechsler.

 Das Navi macht’s möglich. In der Schloßstraße landen immer wieder ausländische Lastwagenfahrer, die mit ihren Sattelzügen dann zum Beispiel am Friedhof umständlich wenden, weil sie sich doch nicht weitertrauen.

Die Strecke von Grafing über die Schloßstraße nach Unterelkofen und Straußdorf ist derzeit die beliebteste Ausweichstrecke, seit die Rosenheimer Straße für den Bau eines Kreisels zur Ortsumfahrung von Grafing gesperrt wurde.“ Leidtragende seien die Anlieger. Da wohnen auch Familien mit kleinen Kindern“, warnen die Betroffenen. Und tatsächlich ist die Straße in Unterelkofen so schmal, dass zwei Fahrzeuge nur knapp aneinander vorbeikommen.

„Ich verstehe jeden, der sich da ärgert“, sagt Markus Weißmüller von der Grafinger Stadtverwaltung. Er ist im Rathaus zuständig für die Verkehrsanordnungen. Der Bauhof hat Schilder aufgestellt und die Straße von Elkofen nach Aiterndorf halbseitig abgesperrt. Nur: Es hält sich offensichtlich niemand daran. Teilweise werden die Absperrungen sogar zur Seite geschoben. „Das ist wirklich sehr unangenehm“, sagt Weißmüller. Es habe deswegen schon eine Ortseinsicht stattgefunden. Dass sich das schmale Nadelöhr zur heimlichen Umgehungspiste entwickelt hat, sei aber ein „vorübergehender“ Zustand. „Die Arbeiten am Kreisel gehen gut voran.“ Wenn die Rosenheimer Straße wieder frei sei, sei „das Thema erledigt“.

„Die 30-er Zone in Unterelkofen sowie der 60-er Bereich durch das Atteltal nach Straußdorf werden ignoriert, obwohl die Straßenführung extrem unübersichtlich ist und viele Fußgänger, Radler, auch Reiter und vor allem Kinder der Anwohner unterwegs sind, die mit dem ungewohnt erhöhten Verkehrsaufkommen nicht zurechtkommen“, schildert Drechsler die aktuelle, gefährliche Situation. „Es muss schon gefragt werden, warum Verkehrszeichen aufgestellt werden, deren Einhaltung nicht kontrolliert und sogar das zur Seite stellen toleriert wird. Unter dieser Vorgehensweise kann man sich das Aufstellen dieser Verkehrszeichen sparen und in aller Ruhe auf einen Unfall warten.“ „Die Polizei kontrolliert wohl im Rahmen ihrer Möglichkeiten“, sagt hingegen Weißmüller. Komplett sperren könne man den Abschnitt leider nicht, weil dann auch die Anlieger nicht mehr zu ihren Häusern fahren können. 

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