Die sogenannte Badewanne, die kleine Aula des Grafinger Gymnasiums, bei der Eröffnungsfeier am Freitag. Die Aula wurde für 500 000 Euro erneuert.

Hakenkreuze in Schule

Aula im Grafinger Gymnasium wiedereröffnet – Nazi-Schmierereien auch Thema

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Heller, größer, schöner! So beschreiben Schüler des Gymnasiums in Grafing die neue Aula. Bei der Eröffnungsfeier waren auch Nazi-Schmierereien Thema.

Grafing – „Heller, größer, schöner.“ So beschreibt Gymnasiastin Veronika Friedl die umgebaute Aula im Gymnasium Grafing. Für acht Monate war der Versammlungsraum nicht zugänglich. Am Freitag wurde nun die Eröffnung gefeiert. Die Schmierereien vom vergangenen Wochenende waren auch Thema.

500 000 Euro für den Umbau

Lichtdurchflutet ist die neue Aula, die scherzhaft Badewanne genannt wird, weil die Seiten rund um den Bereich abgestuft sind. Dort sitzen die Schüler gewöhnlich, von nun an mit Sitzheizung. Der hellgraue Fliesenboden ist nämlich mit einer Heizung ausgestattet. 500 000 Euro habe der Umbau gekostet, sagt Landrat Robert Niedergesäß bei der Eröffnungsfeier. Ein Viertel übernahm der Freistaat, den Rest der Landkreis. Die alten Fließen im Gang sollen im Sommer ausgetauscht werden, verspricht Niedergesäß.

Die alten Fließen waren rotbraun. In dem Raum war ein riesiger Betonklotz eingearbeitet, der weiteren Sitzplätzen gewichen ist. 250 Schüler und Lehrer hätten nun in der „Badewanne“ Platz – alle mit Blick auf die Bühne, sagt Lehrer Christian Burger. Zudem gibt es nun Fenster zum Lüften und Jalousien.

Burger hatte den Landrat mit einer selbst gebauten Aula aus Legosteinen überzeugen können. Die Spielsteine hätten die „Herzen für das Projekt geöffnet“.

40 Jahre lang fast unverändert.

40 Jahre lang sei die Aula fast unverändert geblieben. Ab dem ersten Sommerferientag im vergangenen Jahr war der Raum renoviert und für Schüler gesperrt worden.

Auf die Hakenkreuz-Schmierereien vom vergangenen Wochenende (wir berichteten) wurde bei der Feier nur kurz eingegangen. „Hier geht es bunt und fremdenfreundlich zu“, sagt Direktor Paul Schötz, und zeigt auf ein von Schülern gestaltetes Plakat mit vielen bunten Handabdrücken darauf. Es soll für ein multikulturelles Grafing stehen. Landrat Robert Niedergesäß ist der Meinung, der Vorfall dürfe „politisch nicht überbewertet“, aber auch nicht „unter die Decke“ gekehrt werden. Die Schmierereien hätten keine großen finanziellen Schäden verursacht, sagt Niedergesäß.

Das war im Gymnasium passiert!

„Keine rechtsradikale Entgleisung“

Er will „buntes Wasser in der Badewanne haben“, und schießt farbige Plastikbälle in die Menge. Die Schüler sollten sich gegen Rassismus stellen: „Nein, wir wollen das nicht“.

Rentner aus dem Landkreis wegen Volksverhetzung verurteilt

Am Donnerstag sei die Spurensicherung im Gymnasium gewesen, sagt Schötz später auf Nachfrage. Die Polizei gehe von „keiner rechtsradikalen Entgleisung“ aus.

Welche Reaktion ist angemessen, wenn in einer Schule Hakenkreuz-Schmierereien hinterlassen werden?

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