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Gipfelglück: Alpinist Thorsten Schüller aus Grafing auf dem 7027 Meter hohen Spantik im pakistanischen Karakorum Drei Jahre lang hatte es kein Bergsteiger auf den Berg geschafft.

Bergsteiger Thorsten Schüller (52)

Grafinger Erfolg an Siebentausender in Pakistan

Drei Jahre lang hatte es kein Bergsteiger auf den 7027 Meter hohen Spantik im pakistanischen Karakorumgebirge geschafft – nun gelang es als Ersten dem Grafinger Thorsten Schüller (52) und seinem Ottenhofener Kameraden Sebastian Lippacher (37). 

Grafing – Nachdem seit 2014 keine Expedition den Gipfel des abgelegenen Spantik im Nordosten Pakistans erreicht hatte und auch in der Saison 2017 bereits zwei Gruppen erfolglos geblieben waren, gelang Schüller und Lippacher in nur 16 Tagen ab Ankunft im Basislager die Besteigung des 7027 Meter hohen Eisriesen. Vom rund 4300 Meter hoch gelegenen Basislager am Rande des mehr als 40 Kilometer langen Chogo-Lungma-Gletschers nutzten sie ein drei Tage andauerndes Fenster mit gutem Wetter, um den Gipfel mit Hilfe von drei zuvor errichteten Hochlagern zu erreichen.

Eisige Passagen und tückische Gletscherspalten

Allerdings erwiesen sich die Verhältnisse am Berg als schwierig: Auf eisige Passagen und tückische Gletscherspalten folgten immer wieder weite Strecken mit tiefem und teilweise grundlosem Schnee, der die beiden Männer viel Kraft kostete. Mehrmals brachen sie dabei in verdeckte Spalten ein. Den Gipfelgang selbst begannen sie wegen der starken Sonneneinstrahlung um 22 Uhr vom Lager Drei in 6000 Meter Höhe aus. Nach mühsamer nächtlicher Spurarbeit erreichten sie bei gutem Wetter gegen 7 Uhr den höchsten Punkt des Berges.

Schüller und Lippacher verzichteten auf den Einsatz von Hochträgern und künstlichem Sauerstoff. „Viele Bergsteiger an den hohen Gipfeln lassen ihr Gepäck hinauf tragen, haben einen Führer, der für sie spurt und schnallen sich ab einer bestimmten Höhe eine Sauerstoffmaske um. Damit wird die Besteigung um ein Vielfaches einfacher“, sagte Schüller. „Unser Ziel ist es, die Berge aus eigener Kraft zu erreichen.“

Wenn dort was passiert, kommt so schnell keine Hilfe

Der Spantik liegt im Nordosten Pakistans in der Provinz Gilgit-Baltistan. Die Anreise erfolgte über die Provinzstadt Skardu. Von dort fuhren die beiden Bergsteiger per Jeep einen Tag lang auf schlechter Piste zum Dorf Arandu, ehe sie in drei Tagesetappen zu Fuß das Basislager erreichten. „Neben den schwierigen Schneeverhältnissen ist auch das schnell wechselnde Wetter im Karakorum eine Herausforderung“, sagte Lippacher. „Hinzu kommt, dass der Spantik sehr abgelegen liegt und im Vergleich zu bekannten Achttausendern wie dem K2 oder dem Broad Peak selten besucht wird. Wenn dort oben etwas passiert, kann man nicht auf schnelle Hilfe hoffen.“

Für dieAlpinisten war dies nicht der erste Siebentausender. Beide haben bereits mehrere Gipfel dieser Höhe im Himalaya und Pamirgebirge bestiegen. 2009 bezwangen sie gemeinsam den 8201 Meter hohen Cho Oyu in Tibet ohne künstlichen Sauerstoff.

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