Grafinger Kinder könnten schon bald in einem Waldhort betreut werden. Der Sozialausschuss des Stadtrats zeigte sich von der Idee der Grünen begeistert.
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Grafinger Kinder könnten schon bald in einem Waldhort betreut werden. Der Sozialausschuss des Stadtrats zeigte sich von der Idee der Grünen begeistert.

Mit Unterstützung aus Ebersberg

Billig, gesund und schnell realisierbar: Grafing bekommt Waldhort

  • Michael Seeholzer
    vonMichael Seeholzer
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Er kostet fast nix, macht Kinder robust und glücklich und ist schnell aufgestellt, besonders dann, wenn einem der Grund schon gehört: Grafing soll einen Waldhort bekommen.

Grafing - Der Antrag, der nun im Sozialausschuss des Stadtrats behandelt wurde, kam von den Grünen. Denen ging es darum, schnell für eine Erweiterung des Betreuungsangebotes zu sorgen. Und das ist notwendig. „Die in Grafing angebotenen Hortplätze werden in absehbarer Zeit die Nachfragen nicht mehr decken können“, wurde argumentiert. Der Bedarf sei in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und werde weiter zunehmen, bedingt durch „mehr Zuzug nach Grafing“. Wer sich die Aktivitäten auf dem Sektor Wohnungsbau in Grafing ansieht, kann kaum Zweifel haben an dieser Prognose, für die die Grünen auch ein Beispiel anführten: Im Hort in der Wasserburger Straße werden nächstes Jahr 21 Plätze frei. Für diese liegen bereits jetzt 17 Anfragen vor.

Auch das Landratsamt Ebersberg rechnet mit einem massiven Bedarfsanstieg. Bis das Kinderhaus an der Forellenstraße seinen Betrieb aufnehmen kann, werden vermutlich noch Jahre vergehen. Bei diesem Projekt gab es immer wieder Verzögerungen. Es muss also eine schnelle Lösung her, und die könnte in einem Waldhort bestehen, der mit einer minimalistischen Ausstattung klar kommt.

Bürgermeister Bauer: Sehr gute Idee

„Insgesamt finde ich das eine sehr gute Idee“, meinte Bürgermeister Christian Bauer (CSU). „Für die Kommune sehr günstig“ für die Kinder schön, meinte er. „Dieser Wald gehört uns“, das mache es leichter, das Projekt zu realisieren.

Dass man nicht einfach in irgend einem Wald, noch dazu vielleicht in einem Landschaftsschutzgebiet, einen Bauwagen aufstellen und ihn als Waldkindergarten bezeichnen kann, diese Erfahrung machte die Stadt bei einer früheren Gelegenheit schon. Grundeigentümer, Waldbesitzer, Jäger, Naturschutzbehörde und andere reden da ein Wort mit. Wenn einem das Grundstück dagegen selbst gehört, sei alles einfacher, meinte Bauer.

Wie in der Sitzung anklang, hat der Trägerverein des Ebersberger Waldhorts Interesse, sich auch um die neue Einrichtung in Grafing verantwortlich zu kümmern. „Das wäre ja ein Geschenk“, freute sich Stadträtin Ottilie Eberl. „Wenn das gelingt mit diesem Grundstück, wäre das ein Riesengewinn für Grafing.“ Außerdem würde dabei kein Boden versiegelt. Puristische Gedanken gab’s auch und die kamen von Regina Offenwanger (SPD). Den favorisierten Standort, fand sie „wenig ökologisch“, vor allen Dingen deswegen, weil die Eltern ihre Kinder mit dem Auto dorthin bringen würden. „Das beißt sich bei einem Waldhort.“

„Wenn wir einen Wald in der Nähe der Schule finden, können wir den probieren“, ließ Bauer in den Beschluss einarbeiten. Dass aber Kinder mit dem Auto auch zu einem Waldhort transportiert werden, ist freilich gerade in Grafing kein Novum. Denn die Stadt hat in der bestehenden Ebersberger Einrichtung zehn Plätze für Grafinger Kinder gemietet, die „mit dem Bus dorthin gebracht“ werden, wie Bauer informierte. Die Stadt hat sich bei dem Projekt an den Herstellungskosten beteiligt, übernimmt den finanziellen Aufwand für die Beförderung und würde jetzt von dieser Kooperation sogar noch einmal profitieren, sollte die Trägerschaft zustande kommen.

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