Rudi Maier,  Falkner im Wildpark Poing.
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Rudi Maier, Falkner im Wildpark Poing, kann frühestens zu Ostern wieder seine Flugshows starten. Überhaupt lässt sich der Park noch Zeit mit dem Öffnen.

Öffnungen ab Montag möglich

Neustart dank Lockerungen: Geschäfte freuen sich verhalten - Wildpark Poing bleibt noch zu

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Ab Montag dürfen angesichts beschlossener Lockerungen voraussichtlich viele Geschäfte im Landkreis Ebersberg wieder öffnen. Der Optimismus ist noch eher verhalten.

Landkreis – Der Einzelhandel steht nach den Lockerungsankündigungen der Ministerpräsidentenkonferenz in den Startlöchern. „Stand heute machen wir am Montag auf“, sagt Franz Kellner, Chef von Obermaier Moden mit Filialen in Glonn und Grafing. Alles sei vorbereitet. Die Ware für den Frühling liege bereit. Zudem habe man umgebaut und investiert. Auch das gesamte Personal sei da. „Einige waren in Kurzarbeit, aber wir haben niemanden entlassen“, so Kellner.

Er habe in den vergangenen Monaten viel Solidarität der Stammkunden erlebt. „Da sind wir sehr dankbar.“ Verkauft wurde oft per Telefon-Bestellung und anschließender Abholung. Enttäuscht ist Kellner von der Politik und vielen Versprechungen. „Wir haben keinen Cent Staatszuschuss bekommen.“ Die Motivation ist dennoch ungebrochen: „Wir freuen uns auf die Kunden und die freuen sich auf uns.“

Unternehmer genervt von zögerlichen Entscheidungen - Forderung nach mehr Vertrauen

Es bleibe schwierig, so Sonja Ziegltrum-Teubner, Geschäftsleiterin der Blumenzentrale Parsdorf und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Ebersberg. Sie kritisiert die zögerlichen Entscheidungen. „Wir brauchen in Deutschland immer ein doppeltes Netz mit doppeltem Boden.“ Die Unternehmer wollten aktiv werden und nicht von Staatszuschüssen leben. Das ständige Hin und Her sei ein Trauerspiel.

Die Unternehmen würden sich schon im eigenen Interesse an die Vorgaben halten. „Da braucht man auch Vertrauen.“ Bedenken müsse man auch, dass viele Geschäfte von kleinen Umsätzen leben würden. Mit all den unterschiedlichen Regelungen der jetzt angestrebten Öffnung „wird es alles wahrscheinlich chaotisch werden“. Aber das Öffnen in kleinen Schritten sei „immer noch besser als gar nichts“. Viele Branchen seien positiv gestimmt, aber in der Gastronomie oder Hotellerie, die zuvor schon viele Konzepte entwickelt hätten, sei die Stimmung teils gekippt. Und: Wenn es in den verschiedenen Landkreisen unterschiedliche Regelungen gebe, werde es „Einkaufstourismus“ geben. Sobald Gaststätten und Biergärten unterschiedlich öffnen dürften, erst recht, so Ziegltrum-Teubner. Die Inzidenz im Nachbarlandkreis Rosenheim lag am Donnertag beispielsweise bei 93.

Vorsichtig äußert sich auch Carolin Schels aus dem Management des Einkaufscenters E-EinZ in Ebersberg: „Wir müssen erst einmal abwarten.“ Im Gebäude seien es schon länger so weit als möglich kontaktfreie Wege für die Kunden markiert. Bei Absprachen habe es unter den Betrieben bisher keine Konflikte gegeben. Letztendlich entscheide jedes Geschäft selbst, wie es mit den neuen Regelungen umgehe.

Öffnungen: Wildpark Poing braucht mehr Vorlauf

Es geht bei den möglichen Öffnungsperspektiven nicht nur um den Einzelhandel, sondern auch um Einrichtungen wie den Wildpark in Poing. Eigentümer Josef Festl betont, er wolle erst die nächsten Tage abwarten. Am kommenden Montag werde er noch nicht öffnen. „Das ist zu kurzfristig“. Generell findet er, „wäre es gut, wenn es langsam losgehen“ würde. Wenn der Wildpark öffnet, wird Festl das Hygienekonzept anwenden, das er bereits vergangenen Sommer erarbeitet und umgesetzt hat. Dazu gehört unter anderem, dass die Bänke für die Besucher in ausreichendem Abstand voneinander aufgestellt sind. Den Ticketverkauf wird er möglicherweise wieder online machen.

Im Wildpark selbst habe sich durch Corona nichts geändert. „Egal, ob und wie viele Besucher da sind, oder nicht, die Tiere müssen täglich versorgt werden“, sagt der Chef. In den Außenbereichen, beim Parkplatz, gehen immer insbesondere Familien, spazieren, an den Rotwild- und Damwildgehegen entlang. „Wenn die Tiere zu den Menschen kommen wollen, kommen sie an den Zaun, wenn nicht, bleiben sie auf der Wiese.“ Für den Falkner, der zweimal am Tag eine Greifvogel-Flugvorführung veranstaltet, hat sich mit dem zweiten Lockdown nichts geändert, weil die Saison eh erst an Ostern startet. Bis dahin wird sich noch einiges tun.

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