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Randalierende Fans machen dem EHC Klostersee das Leben schwer. Immer wieder muss die Polizei die Heimspiele mit einem massivem Aufgebot an Einsatzkräften begleiten. 

Ungewöhnliche Maßnahme der Club-Führung

EHC-Präsident droht: Ruhe, oder Licht aus!

Grafing - EHC-Präsident Alexander Stolberg hat am Dienstag via Facebook damit gedroht, die erste Mannschaft vom Spielbetrieb zurückzuziehen und das eigene Amt niederzulegen. Hintergrund sind anhaltende Fan-Krawalle, die dem Eishockey-Verein das Leben schwer machen.

Das sportliche Geschehen beim EHC Klostersee rückt derzeit in Hintergrund. Und das in einer Phase der Saison, die alle Eishockeyfreunde elektrisiert: die Zeit der Playoffs hat begonnen. In Grafing gilt das Interesse allerdings mehr dem Drumherum. Denn das hat es in sich. Nicht nur, dass der Deggendorfer SC, an diesem Freitag Gastgeber für das Team um Coach Joe Wieser, angekündigt hat, keine EHC-Fans ins Stadion zu lassen. Jetzt hat sich auch der Ton verschärft, den Klostersee-Vorsitzender Alexander Stolberg anschlägt. Im Visier: die kleine Gruppe so genannter Fans, die das Grafinger Eishockey durch ihr Verhalten und Gewaltbereitschaft seit geraumer Zeit in Misskredit bringen.

„Ich kann es verstehen“, quittierte Stolberg das Deggendorfer Vorgehen. Der Oberliga-Kontrahent hatte via Homepage angekündigt, man habe beschlossen, „in Absprache mit dem DEB, ein Hausverbot für die Fans aus Klostersee auszusprechen.“ Grund seien die Probleme, die man „des Öfteren mit stark alkoholisierten Fans aus Grafing“ gehabt habe.

Eine „kleine Gruppe“ Randalierer ist das Problem

EHC-Präsident Alexander Stolberg will hart gegen die Störenfriede vorgehen.

Für Stolberg nichts Neues, kämpft der EHC doch seit geraumer Zeit ebenfalls gegen diese „kleine Gruppe von vielleicht zehn Leuten, die allen anderen den Spaß nehmen“. Der Vorsitzende machte nun im Internet deutlich, dass seine und die Geduld des Vereins aufgebraucht sind. Sein Appell an Fairness untereinander gipfelt nun in folgender Ankündigung: „Sollte das so weitergehen, werden wir gezwungen, den Spielbetrieb der ersten Mannschaft einzustellen. Außerdem werden ich dann im Sommer nicht mehr bereit sein, meine Freizeit für den EHC zu opfern. Und das gilt für eine Vielzahl anderer Helfer genau so.“

Die echten Fans sind gefragt

Stolberg steht in Gesprächen mit „echten Fans“, die helfen sollen, die Unruhestifter zu identifizieren. Natürlich im Beisein der Polizei. Über das weitere Vorgehen macht der EHC-Vorsitzende kein Geheimnis: „Dann schmeißen wir sie raus, inklusive lebenslangem Stadionverbot.“ Nicht nur aufgrund der ständigen Probleme, die von der gewaltbereiten Gruppe ausgingen, werde man durchgreifen. „Auch die finanzielle Belastung ist dadurch enorm.“ Rückläufige Zuschauerzahlen „haben sicherlich sportliche Gründe, sind aber auch im Verhalten einiger Idioten begründet“. Hinzu kommen die Ausgaben für den Sicherheitsdienst, der die vereinseigenen Ordner bei Heimspielen unterstützt. „Das macht uns auf Dauer kaputt“, so Stolberg. Allein für die Partie gegen Weiden musste der EHC Klostersee dafür 1700 Euro aufwenden. Auf Dauer sei das nicht zu stemmen.

„Wir müssen zu anderen Mitteln greifen“

Darum werde man, so Stolbergs Ankündigung, am kommenden Sonntag beim Pre-Playoff-Rückspiel gegen den Deggendorfer SC konsequente Einlasskontrolle vornehmen und gegebenfalls auch Besucher abweisen. „Wir müssen zu anderen Mitteln greifen“, so Stolberg. „Es kann nicht sein, dass die diese kleine Gruppe uns auf der Nase rumtanzt und dabei ist, einen ganzen Verein kaputt zu machen. Wenn die für vernünftige Argumente nicht zu haben sind, müssen sie es eben auf andere Weise mitbekommen, dass es uns bitterernst ist."

Wolfgang Herfort

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