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Josef Paul aus Elkofen ist gestorben. Das Foto zeigt ihn bei seinem 90. Geburtstag.

Josef Paul im Alter von 94 Jahren gestorben

Der letzte Bürgermeister von Elkofen ist tot

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Josef Paul, letzter Bürgermeister von Elkofen ist mit 94 Jahren gestorben. Er musste sein Amt aufgeben, weil der Ort bei der Gebietsreform Grafing zugeschlagen wurde.

Elkofen – Er war sozusagen die personifizierte Reminiszenz an die Gebietsreform im Landkreis Ebersberg. Josef Paul war nämlich der letzte Bürgermeister von Elkofen, als die kleine Landgemeinde damals vor über 40 Jahren schließlich von Grafing „annektiert“ wurde. Jetzt ist der „Mesner Bauer“ und Altbürgermeister im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Beerdigung fand auf dem Friedhof in Oberelkofen statt.

Bis ins hohe Alter noch aktiv

Bis ins hohe Alter hatte Paul noch lebhaft am kommunalen Leben teilgenommen. Unter anderem machte er gerne Führungen durch den historischen Eisendorfer Abfluss-Stollen, mit dem eine dortige Seefläche trockengelegt wurde – auch wegen der immer wieder auftretenden Mückenplage.

Paul war sehr heimatverbunden

Paul war ein sehr heimatverbundener Mensch und hatte deswegen sogar den Ruf eines wandelnden Ortsgeschichtsbuches. Er besuchte die Volksschule in Oberelkofen, die Berufsschule in Grafing und später die Landwirtschaftsschule in Ebersberg. Als er ein Bub war, waren die Landwirte noch mit Pferdefuhrwerken unterwegs, später kamen dann die ersten Traktoren hinzu. Während des II. Weltkriegs wurde er als 17-Jähriger zur Wehrmacht eingezogen und verlor bald darauf den Vater. Das elterliche Anwesen übernahm er im Jahr 1955 gleichzeitig mit seiner Eheschließung.

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Mitglied in vielen Vereinen

Josef Paul war vor der Gebietsreform als Kämmerer für die Gemeinde Elkofen tätig, war Gemeinderat, später dann Zweiter und schließlich Erster Bürgermeister. Er war im Pfarrgemeinderat in Grafing engagiert, in der Kirchenverwaltung Elkofen und bekleidete über 40 Jahre lang das Amt als Obmann des Bauernverbandes. Außerdem war er ein halbes Jahrhundert lang Vorstand der Elkofener Jagdgenossen und über vier Jahrzehnte landwirtschaftlicher Schätzer. Daneben war er Mitglied in vielen Grafinger Vereinen, unter anderem beim Gartenbau- und beim Heimatverein sowie auch beim Krieger- und Veteranenverein Elkofen.

Die Elkofener und nicht nur die werden ihn als selbstbewussten Mann in Erinnerung behalten. Er ärgerte sich zum Beispiel immer wieder darüber, dass im Grafinger Rathaus im Treppenaufgang nur die Ahnengalerie der Grafinger Bürgermeister, nicht aber auch die der Altbürgermeister aus den Außengemeinden wie Straußdorf, Nettelkofen oder auch Elkofen hängen. Die Gebietsreform, das ist kein Geheimnis, betrachtete er stets skeptisch.

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