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Ein Bild des Grafinger Weihnachtsmarkts aus frühreren Zeiten. Den Markt wird es nicht mehr geben.

Acht Geschäftsleute am Marktplatz setzen sich durch

Endgültiges Aus für Grafinger Weihnachtsmarkt

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„Dann werden wir es vermutlich lassen.“ Die Enttäuschung war Peter Schölzel, Chef des Grafinger Werberinges, anzusehen nach der Sitzung des Kulturausschusses. Dessen Mitglieder hatten  den Stab über den Weihnachtsmarkt im Grafinger Zentrum gebrochen.

Grafing – Bei Stimmengleichheit von 6:6  ist der Antrag des Werberinges auf Sondernutzung des Marktplatzes in der Weihnachtszeit für die kommenden drei Jahre abgelehnt worden. Es gab keine Mehrheit dafür.

Gegen die Sondernutzung in der vorliegenden Form stimmten Josef Rothmoser, Josef Pollinger, Franz Saißreiner (alle CSU), Franz Frey (SPD) sowie Veronika Oswald und Josef Klinger (beide FW). Für die Erteilung einer Sondernutzungserlaubnis hoben die Hand Georg Schlechte (CSU), Regina Offenwanger (SPD), Johannes Oswald, Roswitha Singer und Bürgermeisterin Angelika Obermayr (alle Grüne) sowie Heinz Fröhlich (Bündnis für Grafing).

„Zum Schluss ging es nur darum, wer Recht bekommt“, bedauerte Schölzel nach der Sitzung gegenüber der Ebersberger Zeitung. Die Debatte im Kulturausschuss war einmal mehr gekennzeichnet von emotionsgeladenen Wortbeiträgen. Saißreiner verlas eine Stellungnahme der acht Geschäftsleute am Marktplatz, die in der Weihnachtszeit nicht auf „ihre“ Parkplätze vor der Ladentüre verzichten wollten.

 Dass die Stellplätze samt Gehweg der Stadt Grafing gehören und nicht den Geschäftsleuten, ging in der Debatte ebenso unter wie der Aspekt, dass die Ladeninhaber nichts anderes versuchten, als ihre Position und ihre Geschäftsinteressen durchzusetzen – was ihnen gelang und was auch legitim ist. Andererseits blieb demjenigen, der den Weg der umständlichen Entscheidungsfindung samt der sie begleitenden öffentlichen Debatte verfolgt hatte nicht verborgen, dass die breite Grafinger Öffentlichkeit den Markt an dieser Stelle sehr begrüßt hätte.

 Anders sah das Stadtrat Franz Frey, der meinte, dass der Markt „tagsüber eine Depression ausstrahlt“. Mit demselben Argument versuchte Saißreiner den Ansatz zu entkräften, dass die beliebte Veranstaltung Kundschaft nach Grafing locke. „Wenn es ein Weihnachtsmarkt wäre, würde er um 10 Uhr anfangen, aber um 16 Uhr sehe ich da noch keinen gehen, das ist ein Abendmarkt.“

Auch mit dem Argument, dass die Stadt ja neuerdings eine Gehminute vom Zentrum entfernt in der Tiefgarage an der Rotter Straße 54 neue Parkplätze geschaffen habe, konnte Obermayr das Ruder nicht mehr herumreißen. Der zaghafte Versuch von Johannes Oswald, der Abstimmung noch einmal aus dem Weg zu gehen, scheiterte. „Da müssen wir heute Manns und Frau genug sein“, bestand Regina Offenwanger auf einem klaren Votum.

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