Eine Luftansicht des geplanten Berufsschul-Standorts Grafing-Bahnhof
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Der Standort für die neue Berufsschule (roter Kreis) in Grafing-Bahnhof, entwickelt gemeinsam mit dem Landkreis München, liegt günstig direkt an der Bahnstrecke - aber weniger günstig, was die Regenwasser-Ableitung angeht. (Archivfoto)

Mit dem Boden muss was passieren

Es drohen nasse Füße: Regenwasser beschäftigt Berufsschul-Planer in Grafing

  • Robert Langer
    vonRobert Langer
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Probleme im Untergrund: Für das Großprojekt des Berufsschulzentrums in Grafing-Bahnhof mit einem Investitionsvolumen von derzeit veranschlagten rund 107 Millionen Euro gibt es schlechte Nachrichten. Grund: ein aktuelles Bodengutachten. Es geht um mögliche notwendige umfangreiche Bodenverbesserungen oder Tiefgründung. Und es geht darum, wo Regenwasser versickert werden kann.

Grafing/Landkreis - Viele Fragen sind offen. Jedoch heißt es auch, die Bebaubarkeit sei mit „Zusatzmaßnahmen“ gegeben. Alternative Standorte oder einen „Plan B“ für ein anderes Grundstück, auf dem das Projekt umgesetzt werden könnte, gibt es laut Landratsamt nicht. Der Landkreis ist Sachaufwandsträger für die neue Schule. Klar ist: Der Stadt Grafing liegt seit Anfang März ein hydrogeologisches Baugrundgutachten vor. Die Rede ist von Untergrundverhältnissen mit vorwiegend gering bis begrenzt tragfähigen aufgeweichten Moränenablagerungen, die erkundet wurden. Für unterkellerte Gebäudeteile seien eine „weiße Wanne“ und gegebenenfalls zusätzliche bituminöse Abdichtungen notwendig. Eine Versickerung von Oberflächenwasser werde auf dem Grundstück nicht möglich sein. Notwendig werden könnte, auf dem Areal entsprechende Rückhalteeinrichtungen vorzusehen und eine gedrosselte Ableitung des gesammelten Niederschlagswassers über Gräben in den Urtelbach vorzunehmen. „Die Auswirkungen auf den Hochwasserschutz sind zu prüfen“, heißt es. Auch für Verkehrsflächen werde ein Bodenaustausch in einer Größenordnung von 40 bis 50 Zentimeter notwendig.

Neues Entwässerungskonzept: Mehrkosten bei dem 107-Millionen-Euro-Projekt noch nicht abzuschätzen

Auf Basis des Baugrundgutachtens könne nun ein durch die Stadt Grafing beauftragtes Ingenieurbüro das Entwässerungskonzept entwickeln, das zentrale Bedeutung für das Bauleitplanverfahren und auch für die Umweltprüfung hat. Auf diesen Grundlagen können dann die Verfahren für den Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan eingeleitet werden. Mitte 2022 sollte der Bebauungsplan soweit planungsreif vorliegen.

Zu möglichen Mehrkosten und einer wirtschaftlichen Umsetzbarkeit des Projektes könne derzeit noch „keine seriöse und belastbare Aussage getroffen werden, da es noch keine konkreten Planungen zum Berufsschulzentrum gibt“, heißt es auf Anfrage vom Landratsamt. Grundvoraussetzung für eine Planung sei ein genehmigter Bebauungsplan der Stadt Grafing. Dieser liege derzeit noch nicht vor. Und weiter: „Bislang konnten unseres Wissens in der Regel – nicht nur bayernweit – Probleme mit Oberflächenwasser aufgrund nicht versickerungsfähiger Böden auf der Grundlage von Entwässerungskonzepten stets gelöst werden.“ Auf der Basis des vorliegenden Baugrundgutachtens werde daher die Stadt Grafing ein solches Konzept in Auftrag geben. „Dieses Entwässerungskonzept müssen wir abwarten“, so jetzt das Landratamt.

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