Er hatte Freigang aus geschlossener Psychiatrie

Exhibitionist fällt in Grafing über 14-jähriges Mädchen her

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Grafing - 14 Jahre ist ein Sexualstraftäter (38) nun schon in der geschlossenen Psychiatrie in Wasserburg untergebracht. 2012 bekam der ehemalige Abschleppfahrer immer wieder Freigang, „Tagesurlaub“ genannt. Doch diese Tagesurlaube nutzte er aus: Er schlug erneut zu.

Dreimal belästigte er Frauen in Grafing-Bahnhof. Ein weiteres Mal fiel er in einem Waldstück über ein 14-jähriges Mädchen her und wollte es zu sexuellen Handlungen zwingen. Gott sei Dank kam ein Auto. Nun steht der gebürtige Sachse erneut vor dem Landgericht München II. Und dabei geht es um die schlimmstmögliche Sanktion: die Sicherungsverwahrung.

Der Angeklagte ist geständig. Am 13. Oktober 2012 belästigte er zweimal Frauen. Zuerst verfolgte er eine 19-Jährige vom Bahnhof zu dem neuen P+R Parkplatz West und stellte sich neben eine Holzhütte. Als die 19-Jährige mit dem Auto vorbeifuhr, onanierte der Mann vor ihren Augen. Anschließend näherte er sich zwei weiteren Frauen (beide 20), die ihr Auto beluden. In einer Entfernung von etwa zwei Metern öffnete er die Hose und onanierte erneut. Auch bei einem weiteren Freigang am 3. November 2012 entblößte er sich auf dem Parkplatz vor zwei Frauen (22 und 16), die im Auto saßen.

Anschließend folgte der schwerste Fall: Er folgte einer 14-Jährigen, die zu Fuß auf dem Heimweg vom Bahnhof in Richtung Taglaching war. In einem Wald begrapschte er sie, packte sie an den Armen und forderte sie zu sexuellen Handlungen auf. Die 14-Jährige konnte sich zuerst losreißen, der heute 38-Jährige holte sie jedoch wieder ein. Er hielt ihr den Mund zu und zog sie nach hinten, weshalb sie in die Knie gehen musste. Als er sich über sie beugte, schrie das Mädchen und biss ihm in die Hand. Als ein Auto hinter ihnen hielt, flüchtete der Sex-Täter.

Landgericht, Staatsanwältin und Verteidiger führten am ersten Prozesstag ein Rechtsgespräch, um eventuell einen „Deal“ zu vereinbaren. Doch sie konnten sich nicht einigen. Die Verteidiger wollen eine Haftstrafe von drei Jahren erreichen. Die Staatsanwältin stellt sich dagegen eine Strafe von sieben Jahren Gefängnis vor. Das Gericht vertrat die Ansicht, dass die Strafe in der Mitte dieser Forderungen zu finden sei. Außerdem gehe es für den zehnfach Vorbestraften um eine mögliche Sicherungsverwahrung, die ein ganzes Leben hinter Gittern bedeuten kann.

Parallel muss sich vor dem Landgericht München I ebenfalls ein Exhibitionist verantworten, der 2015 in der S 4 Richtung Kirchseeon zuschlug. Wenige Stationen vor der Haltestelle Kirchseeon entblößte sich der Bauhilfsarbeiter (40) und onanierte vor Fahrgästen, darunter minderjährige Mädchen. Der Mann leidet an Schizophrenie, weshalb er als schuldunfähig gilt. Es geht um seine Einweisung in die Psychiatrie.

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