Städtebauliches Sorgenkind: Die Grafinger Stadthalle wird saniert. Ihre Zukunft ist trotzdem offen. Foto: Stefan Roßmann
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Städtebauliches Sorgenkind: Die Grafinger Stadthalle wird saniert. Ihre Zukunft ist trotzdem offen.

Grafing saniert seine Stadthalle für rund 1,5 Millionen Euro – Umbau entlastet Lüftung

Stadthalle Grafing wird für 1,5 Millionen Euro saniert: Fenster auf!

  • Josef Ametsbichler
    vonJosef Ametsbichler
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Die Stadthalle Grafing wird für rund 1,5 Millionen Euro saniert. Für die Bürger am auffälligsten wird wohl der kostengünstigere Anteil des Umbaus.

Grafing – Asbest in den Brandschutzplatten, eine überdimensionierte Saallüftung, „fürchterlich verbaut von oben bis unten“, wie es Ottilie Eberl von den Grünen ausdrückte: Der Grafinger Stadthalle ist zu wünschen, dass sie nicht gehört hat, wie der Stadtrat unter ihrem Dach über sie geredet hat. Sogar loswerden wollen sie einige, das wurde in der jüngsten Sitzung deutlich: „Wir müssen jetzt mit der Planung anfangen“ – mit diesen Worten warb Christian Kerschner-Gerling (SPD) für einen Neubau, der das in die Jahre gekommene Grafinger Wahrzeichen ersetzen soll.

Ob es soweit kommt, ist fraglich – und wird so schnell wohl nicht entschieden. Aber dass etwas passieren muss, war recht unstrittig an dem Sitzungsabend. Wie Stefan Meilinger aus dem Bauamt darlegte, droht das Landratsamt bereits, den Betrieb in der Halle einzuschränken, zum Jahreswechsel auf bis zu 200 Besucher. Und weil die Corona-Beschränkungen, die größere Veranstaltungen derzeit ohnehin unmöglich machen, hoffentlich nicht ewig dauern, rang sich der Stadtrat zu einer Sanierung durch.

Rund 1,5 Millionen Euro wird diese „Minimallösung Plus“ laut Vorlage kosten. Inklusive ist die Erneuerung der Lüftungsanlage inklusive Schadstoffbeseitigung. Loszuwerden gilt es dabei vor allem die Lüftung im Dachgeschoss: Deren Rohrwerk durchquert zahlreiche „Brandabschnitte“ im Dach, stellt also nach aktuellen Kriterien ein Sicherheitsrisiko dar. Das Dachgeschoss wird nach dem Umbau nicht mehr nutzbar sein. Kritik kam an den hohen Entsorgungskosten für das schadstoffhaltige Brandschutzmaterial auf.

Die in der Stadthalle verbaute Küche wird außerdem von Gas- auf Elektrobetrieb umgestellt.

Für die Bürger am sichtbarsten dürfte sich das der ersten Kalkulation zufolge rund 200 000 Euro teure „Plus-Paket“ darstellen: Enthalten ist darin eine Erneuerung der Glasfassade des Saals und der Fenster in der Galerie. Die Sensation: Erstmals wird der Saal damit über eine natürliche Lüftungsmöglichkeit verfügen: Fenster zum Öffnen. Dadurch, erklärte Meilinger aus dem Bauamt, könne das bestehende Lüftungsgerät, das für den Saal überdimensioniert sei, gegen ein kleineres ausgetauscht werden – mit der Option auf bedarfsgerechtes Zulüften.

Außerdem ermögliche das Öffnen der Fensterfassade den Einbau einer Rampenanlage, die Barrierefreien Zugang zum Saal schafft – und somit den ungeliebten und wartungsbedürftigen Aufzug obsolet macht.

Verzichten wird die Stadt dagegen auf weitere kosmetische Sanierungsmaßnahmen, beispielsweise der Künstlerumkleiden. Ob das jetzige Minimalpaket der Auftakt zu einer scheibchenweisen Generalsanierung ist oder die Notlösung bis zu einem Hallenneubau ist noch nicht ausgekartelt Umgesetzt werden sollen die nun beschlossenen Arbeiten laut Bürgermeister Christian Bauer (CSU) im kommenden Jahr.

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